Der betende Roboter
Ein kleines Video über ein Roboter, der das rituelle Gebet “as-Salah” (arab.) bzw. Namaz (türk.) vollzieht. Er betet nur eine “Rakat” also es ist ein “Witr” (ungrade Anzahl an Rakat) Gebet.
Dritter Blogkarneval deutschsprachiger Muslime
Es steht der dritte Blogkarneval deutschsprachiger Muslime bevor. Mit einem Thema Eurer Wahl könnt Ihr bis zum 31. Mai am Blogkarneval teilnehmen. Sie findet am 1. Juni statt. Nähere Infos unter muslimkarneval.de.
Wo ist die Qiblah?
Möchte man an fremden Orten das Gebet verrichten, fragt man generell nach der Qiblah, die Richtung zur Kaaba (Mekka, Saudi-Arabien). Ein Einheimischer oder der Gastgeber zeigt prompt die Richtung. Die Richtung wird innerhalb von geschlossenen Orten an festen Orientierungspunkten beschrieben; “Halb rechts zur Tür” oder “etwas schräg nach links zum Fenster hin”.Kaum hört man Gradangaben.
Nur wie gut kennen wir uns zu Hause aus? Beten wir in die richtige Richtung? Ein einfaches Tool hilft bei der räumlichen Bestimmung der Qiblah. QiblahLocator integriert die Geokodierungs- und Geomappingfunktionen von Google Maps und zeigt visuell die Richtung zur Kaaba zu einem bestimmten Ort an. Durch das Umswitchen zur Satellitenbildanschau kann sogar das jeweilige Haus bestimmt werden.
Ich kenne jetzt meine individuelle Qiblahbeschreibung: “In diese Richtung bitte”
Während die einen noch fasten…
Seit Jahren betreiben wir mit Gerhard Ahmad Kaufmann die Webseite Mondsichtung. Sie richtet sich an deutschprachige Muslime in Europa mit dem Ziel über die islamisch-lunaren Monate zu informieren (eine große Wissensbasis auf der Webseite erleichtert den Einstieg in das Thema). So wie jedes Jahr gibt es zu bestimmten islamischen Feiertagen Diskussionen, Wirwarr und Fehlinformationen. Während die einen noch fasten, zelebrieren die Nachbarn das Fest. The muslim Community (in Germany) has no unity.
In der Ausgabe 135 der Islamischen Zeitung vom 24.01.07 erschien unter dem Titel “Während die einen noch fasten… begehen die Nachbarn schon das Fest. Die Unterschiede bei den Feiertagen sind ein Ärgernis” ein Artikel von Yasin Alder (Stellvertretender Chefredakteur) über das Ärgernis der Unterschiede bei den islamischen Feiertagen.
Erster bunter Blogkarneval deutschsprachiger Muslime
Der erste Blogkarneval deutschsprachiger Muslime präsentiert eine bunte Mischung aus Blogs, die die muslimische Lebenspraxis thematisieren. Die Gastgeberin Kopftuch und IT hat eine umfangreiche Zusammenfassung aller eingereichten Texte zusammengetragen.
Als Omar von TooMuchCookies das erste Mal den Vorschlag machte, solch einen Karneval zu organisieren war ich sofort begeistert – und skeptisch. Würden wir genug deutschsprachige, bloggende Muslime zusammentrommeln können, um einen anständigen Blogkarneval auf die Beine zu stellen ?
Doch jegweder Zweifel verschwand spätestens mit den ersten eingereichten Beiträgen – die Artikel welche schlussendlich zusammenkamen, sind nicht nur zahlreich, sondern behandeln anspruchsvolle Themen und geben einen interessanten und teilweise auch ungewohnten Einblick in das Leben eines Muslimen. Grund hierfür ist u.a. die bunte Mischung der Teilnehmer, welche aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen kommen und dementsprechend auch recht unterschiedliche Erfahrungen mit dem “Muslim-sein” in Deutschland gemacht haben. (Kopftuch und IT)
Ich gratuliere den Organisatoren Kopftuch und IT und Too Much Cookies für den gelungenen Start. Maschallah
Als ich zum ersten Mal das Wort Blogkarneval gehört hatte, vertstand ich nur “Bahnhof”. Und alle Anderen, die dabei noch “Gleis zwei” verstehen, mögen erstmal die Einführung dazu lesen.
Ein Muslim auf dem Mond?
In letzter Zeit bin ich sehr spät beim Freitagsgebet erschienen. Ich habe meistens das Gebet gerade noch “erwischt”. Als ich die Moschee betrat, waren die Gläubigen in Reihe und Glied und warteten auf die “Startansage” des Imams. Mit schlechtem Gewissen geplagt, die Predigte der Hutba nicht gehört zu haben, entschloss ich mich dann an einem Freitag eher die Arbeit stehen zu lassen und früher zu Moschee zu eilen.
Mit der Freude unter den “Ersten” zu sein, erzählte der Prediger, wie es sich eben gehört, über Gott und die Welt. Er erzählte eine Geschichte von Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond. Er soll nach seiner Mondlandung an einer Messe in Izmir (Türkei) teilgenommen haben. Während seines Aufenthalts soll er den Gebetsruf, der in islamischen Ländern zu den Gebetszeiten gerufen wird, gehört haben. Erstaunt und überrascht über die fremden Klänge und Worte soll er gefragt haben, was dies seien und was sie bedeuten. Die Menschen sollen ihm den Sinn und die Bedeutung des Gebetsrufes erklärt haben. Armstrong soll sich erinnert haben: es sei genau dieselben Worte, die er hörte, als er seinen Fuß zum ersten Mal auf den Mond setzte. Er wurde Muslim! Als der Prediger genau an den richtigen Stellen in der Geschichte stilvoll seine Stimme erhob und senkte, konnte man die Begeisterung der Zuhörer fühlen. Sie waren alle beeindruckt, alle außer mir. Die Geschichte kannte ich, leicht abgeändert, aber im Prinzip war sie gleich.
Nach der Arbeit zu Hause angekommen, ging ich in den Keller und suchte nach einer kleinen Kiste mit Briefen und Erinnerungen aus jungen Jahren. Ich fand in ihr Dokumente aus dem Jahre 1997. Es handelte sich um einige Briefe, die ich Neil Armstrong geschrieben hatte. Und ein Brief kam als Antwort von ihm zurück.
Zu dieser Zeit hatte ich ein Buch von der Stadtbibliothek ausgeliehen. Das Buch hieß “Islam und alles im Namen Allahs” von Karl Günter Simon (bei Amazon habe ich das Buch gefunden). Sofort zu Anfang des Buches wurde die Geschichte von Neil Armstrong so erzählt:
Wer war der erste Mann auf unserem schönen Mond? Hieß er Neil Armstrong? Ganz recht – und weißt du, was er gleich nach der Landung auf dem Mond erlebte? Keine Ahnung. Als er als erster Mensch den Mond betrat, hörte er Stimmen… Stimmen auf dem Mond? Ja, aber er verstand sie nicht. Dann jedoch, ein paar Monate später, kam der Astronaut nach Kairo zu Besuch, und als er durch die Straßen ging, hörte er die Gebetsrufer von den Minaretten Allahu akbar, aschhadu an la ilaha illa Allah, aschhandu anna Muhammadan rasul Allah… Und Armstrong, der kein Arabisch verstand, fragte die Leute, was die Worte bedeuteten: Gott ist größer unvergleichlich groß – so erklärten sie ihm -, ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer dem einen Gott, ich bezeuge: Muhammad ist Gottes Prophet… Und Armstrong erkannte, dass die Stimmen waren, die er auf dem Mond gehört hatte, und er wurde Muslim. Eine schöne Geschichte. Ich konnte sie nicht am Schauplatz nachprüfen, wie es sich eigentlich für eine Reportage eigentlich gehört: Ich war nicht auf dem Mond, ich war nicht in Amerika. Soviel ist klar…
Der Autor schreibt auch am Ende der Geschichte, dass er die notwendigen Recherchen nicht durchführen konnte, um die Authentizität nachzuprüfen. Die Geschichte war so toll und gigantisch, dass ich unbedingt wissen musste, ob sie sich tatsächlich so ereignet hat. Neil Armstrong lebte noch! Da fragt man doch ihn höchst persönlich, oder?
Zu dieser Zeit als Internet ein Privileg war und Suchmaschinen eine Randerscheinung waren, fand ich über die Webseiten der NASA potentielle Adressen, die ich auch prompt anschrieb, bis mir eines Tages eine nette Dame per E-Mail die vollständige Adresse von Herrn Armstrong zuschickte. Mit meinem Schulenglisch verfasste ich den folgenden Brief: Seite 1 und Seite 2.
Legte naiverweise drei Dollar in den Briefumschlag mit, damit er sich Briefmarken davon kaufen konnte
. Viele Tage später erhielt ich einen Brief aus Amerika; sie kam von Neil Armstrong. Eine Vivian White, höchstwahrscheinlich seine Sekretärin (was “Administrative Aide” auch genau heißen mag), schrieb mit dem Briefkopf von Neil Armstrong, dass diese Geschichte unwahr ist. Hier der Brief im Original.
Mit der Suche am heutigen Tag bei Google mit “neil armstrong islam” fand ich Webseiten, die das Hören vom Gebetsruf und die Konvertierung vom ersten Mann auf dem Mod zum Islam als Gerücht und Lüge enttarnt haben. In dieselbe Kategorie fallen auch die angeblichen Übertritte von Jacques Cousteau und Will Smith zum Islam.
Als ich damals den Antwortbrief las, war ich enttäuscht und frustriert. Man konnte es nicht fassen, dass diese tolle, prägende Geschichte nicht wahr ist. Es kamen Zweifel an der Echtheit des Briefes auf. Wer war Vivian White? Wieso antwortet er nicht selber? Wird da etwas verheimlicht…? Ich bin aber immer noch enttäuscht! Nur meine Enttäuschung hat sich mit der Zeit gewandelt. Ich bin enttäuscht über jene verantwortungslosen Muslime, die Lügen und Halbwahrheiten verbreiten, Geschichten erzählen, ohne sie vorher nachgeprüft zu haben. Noch schlimmer ist es, für den Islam mit einer Lüge “zu werben”. All jene, die Wunder suchen und sie nicht erkennen, dafür aber Wunder erfinden, verstehen das Wunder der Schöpfung nicht. Das Leben wäre keine Prüfung, wenn man nicht glauben bräuchte, sondern alles auf der Hand läge. Es wird immer Menschen geben, die glauben und nicht glauben, die anders glauben als die anderen, weniger glauben oder an das glauben, was sie nur sehen.
Was ist die Moral dieser Geschichte?
- Pass auf, was Du erzählst! Sprich über kein Thema, wo Du Dir unsicher bist! Gib stets bei Texten Quellen an! Es kann sein, dass Du oder andere fehlgeleitet oder enttäuscht werden.
- Im Islam gibt es keine Missionierung, denn erstens gibt es keinen Zwang im Glauben und zweitens die Rechtleitung liegt in Gottes Hand. Respektiere den anderen und seine Überzeugung. Lebe den Islam! Sei aufrichtig und gerecht, wie es der Islam verlangt. Das ist die “muslimische Missionierung”.
- Wunder gibt es genug, schalte nur Deinen Verstand ein!
- Und glaub nicht blind an alles, was Du hörst! Das gilt als aller Erstes für mich
Flashfilme: Geschichte in 90 Sekunden
Geschichte ist faszinierend! Es ist wie eine Erzählung voller Abenteuer. In 20 Minuten ist das ganze Leben einer historischen Figur erzählt. Wenn man zwischen den Zeilen liest, dann gibt es auch Lebensweisheiten. Man lernt durch die Fehler anderer.
Das Leben ist wie ein Fenster, wo Menschen vorbeigehen und hindurchschauen. Muhammad (s) hat mal gesagt (eigene Übersetzung aus dem Türkischen):
“Ich bin wie ein Reisender, der auf der Erde unter dem Schatten eines Baumes sich ausruht und weiterzieht.”
Guckst Du: Geschichte in 90 Sekunden:
Türkei hat die Nase vorn
Man kennt den Beitrag der Länder für die Wissenschaft. Hervorragende Wissenschaftler werden auszeichgezeichnet wie beim Nobelpreis. Meistens sind es Amerikaner oder Europäer.
Mich hat aber immer der Beitrag der islamischen Länder interessiert. Wo stehen sie und was machen sie überhaupt? Konsumieren sie oder produzieren sie? Dazu fand ich einen älteren Artikel auf nature.com, wo die muslimischen Länder und deren Beitrag für die Wissenschaft untereinander verglichen werden. Und zu meiner Überraschung: Die Türkei führt klar vor dem Iran und Ägypten die Liste der islamischen Länder an, die wissenschaftliche Puplikation veröffentlichen (guckst Du hier). Währenddessen investieren die reicheren muslimischen Öl-Staaten das meiste Geld in Waffen.
Der Unterschied zwischen dem Westen und den islamischen Ländern ist offenkundig: Die Einen produzieren und die Anderen konsumieren. Wer die Einen und wer die Anderen sind, dazu könnt Ihr Euch ja Gedanken machen.
Quelle: nature.com
Bald im Jahre 1428!
Auch wenn nach Einsteins Theorie Zeitreisen möglich sein sollen – obwohl ich glaube gehört zu haben, dass die Relativitätstheorie wiederlegt worden ist – , so wird man auch, so Gott will, ohne solch ein Abenteuer in das neue Jahr 1428 gemeinsam eintreten.
Das Jahr 1428 liegt in der Zukunft. Unzwar wird sie entweder am 20. oder 21. Januar 2007 beginnen. Ja, genau Du hast es erraten, es ist Hijri-Neujahr (alle, die das islamische Neujahr phonetisch mit einer japanischen Kampftechnik verwechselt haben, können unter Wikipedia.de sich mehr Informationen zu diesem Thema holen). Wird der Neumond gesichtet, so beginnt der neue Monat nach der islamischen Zeitrechnung.
Dann knallen die Korken, die Sylvesterraketen flitzen durch die Luft, man hört das Jubeln, das Konzert der Trillerpfeifen und die Party hat angefangen… Uups, wir sind im falschen Film. Das haben wir ja Gott sei Dank hinter uns und bis zur nächsten Dämonen Vertreibung sind es ja noch 356 Tage.
Die Muslime zelebrieren traditionell den islamischen Jahresanfang nicht; wenn schon, dann den zehn Tage später folgenden Aschûra-Tag. Es gibt ja auch keinen Grund “einen Drauf zu machen”. Ein neues Jahr, dass wegen hohem Alkoholkonsum mit starken Kopfschmerzen startet, kann ja kein gutes Omen sein. Der Vorteil liegt aber darin, dass die ausgesprochenen Glückwünsche zum Jahresanfang sofort wirken, und schon am nächsten Tag die Kopfschmerzen wieder verschwinden
Heute wurde ich per Mail gefragt, wann denn der 1. Muahrram 1428 n.H. (nach der Hijra) ist, da dachte ich, dass ich kurz was dazu schreibe.
Grundsätzlich möchte ich keine Aussage darüber treffen, wann das Jahr 1428 anfängt, sondern nur erläutern, wann der Mond gesichtet werden kann. In der Grafik ist zu sehen, dass am 19. Januar 2007 die wissenschaftliche Sichtungswahrscheinlichkeit nur für die Amerika Kontinente besteht. Je voller die Farbe in den Sichtbarkeitszonen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung.

Aus allen anderen Ländern kann astronomisch (NICHT astrologisch) der Mond an diesem Tag nicht gesichtet werden.
Das Problem ist, wie man mit der Sichtungsmeldung umgeht. Für die Verfechter der Globalen Sichtung ist am 20. Januar schon der 1. Muharram, aber für die Anhänger der Lokalen Sichtung ist es für Europa wohl der 21. Januar.
Ich bin persönlich für die Lokale Sichtung, weil sie wirklich die Sunna Muhammads (s) war. Die Globale Sichtung ist eine Neuerscheinung und sie gibt es seit weniger als 100 Jahren, nachdem die Telekommunikation ein Teil unseres Lebens wurde.
Und an alle Anderen, die das alles nicht interessiert und nur feiern wollen “Prost Neues Hijri-Jahr”
Apropos Informationen zu diesem Thema findet Ihr auf Mondsichtung.de…


