Alarmierende Bildungssituation der Migrantenkinder
Der deutsche Bundestag hat sich am Donnerstag mit dem „7. Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland“ (BT-Drs. 16/7600) befasst. Der Lagebericht zeichnet eine alarmierende Bildungssituation der Migrantenkinder. In dem Report werden erstmals auch Zuwandererkinder erfasst, die in Deutschland geboren sind.
Aus dem Lagebericht geht hervor, dass 40 Prozent aller Schüler aus Migrantenfamilien am Ende ihres Bildungsweges keine Qualifikation erlangen. Rund 40 Prozent besuchen von Ihnen die Hauptschule. Nur 8 Prozent schaffen das Abitur. An den Universitäten betrage der Anteil von Studenten mit Migrationshintergrund sogar nur 3,3 Prozent. Dem Bericht zufolge sind diese fehlenden oder unzureichenden Qualifikationen der Hauptgrund für das unter Einwanderern im Vergleich zu Deutschen doppelt so hohe Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren. Unter Migranten türkischer Herkunft sei die Quote der Unqualifizierten am höchsten
Positiv sei hingegen die gute Entwicklung der Selbständigenquote bei der ausländischen Bevölkerung. Im Vergleich zum Anfang der 1990er-Jahre sei ein Zuwachs von fast 12 Prozent zu verzeichnen. Ausländische Unternehmen hätten sich im Rahmen des Nationalen Integrationsplans außerdem verpflichtet, 10 000 zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Derzeit gebe es in Deutschland 582 000 Unternehmer mit Migrationshintergrund. Sie hätten bisweilen rund zwei Millionen Ausbildungsplätze eingerichtet. (sa)
Quelle: IGMG
Hagen Rether: Scheibenwischer Jahresrückblick 29.12.07
Ein Hauch von Apartheid
Ich habe den Artikel “Ein Hauch von Apartheid” von Wut! bei Arne Hoffmanns Blog gefunden, der in mir Erinnerungen meines letzten IAA Besuchs in Frankfurt hochkommen ließ.
Bei der Sicherheitskontrolle, die durch Polizisten durchgeführt wurde, wurden wir “Schwarzköppe” genauer unter die Lupe genommen. Etwa eine halbe Stunde lang wurde unsere fünfköpfige Gruppe vor der Sicherheitskontrolle warteten Besuchern nacheinander befragt. Von Polizisten umstellt und öffentlichen an den Pranger gestellt, gaben wir “potentielle Terroristen” ein gutes Bild für die Presse ab. Wir wurden vor allen Menschen einfach bloßgestellt!
Auch unsere Nachfrage, ob man die Überprüfung nicht diskreter durchführen könnte, blieb einfach offen. Ein Beschwerdebrief über die ethnische Auswahl von Menschen, der vom angehenden Juristen (er war auch dabei) verfasst wurde, hat leider nichts bewirken können.
Der Beitrag Ein Hauch von Apartheid schildert das kopflose Vorgehen der Polizei, wo Menschen nach Ethnie als gefährlich oder ungefährlich gefiltert werden.
Dritter Blogkarneval deutschsprachiger Muslime
Es steht der dritte Blogkarneval deutschsprachiger Muslime bevor. Mit einem Thema Eurer Wahl könnt Ihr bis zum 31. Mai am Blogkarneval teilnehmen. Sie findet am 1. Juni statt. Nähere Infos unter muslimkarneval.de.
Das Spiel mit religiösen Gefühlen
Auch wenn Meinungsfreiheit und künstlerische Freiheit ein unverzichtbarer Pfeiler der Demokratie sind, können sie - je nach Intensität - Gefühle anderer verletzen. Eine lebensgrosse Jesus Skulptur aus Schokolade, die den Namen “My Sweet Lord” trägt, löste Empörung in der Katholischen Liga der USA aus. Der Vorsitzender, Bill Donohue, spricht von
einer der schlimmsten Verletzungen christlicher Gefühle, die es je gegeben hat.
Die Insensibilität der Ausstellung (New York) liegt nach der Meinung der Liga am Zeitpunkt. Genau zu Ostern, wo Schoko-Osterhasen in den Verkaufsregalen stehen (Blick Online).
Aus muslimischer Sicht ist jede bildliche Darstellung der Gesandten Gottes, unter denen sich auch Jesus (s) befindet, verboten. Ungeachtet dieser Regel existieren aber auch in der islamischen Welt vereinzelt Zeichnungen, die den Gesandten Muhammad (s) sehr selten mit offenem Gesicht, aber häufiger mit einem Gesichtsschleier zeigen.
Das Heilige anderer ist respektvoll zu behandeln. Erweise Respekt, so dass Du auch Respekt erfährst.
Deutsche Richterin versucht sich als Islamgelehrte
Ein weiterer Skandal nach Idonemeo hat sich im Frankfurter Amtsgericht ereignet, wo eine Richterin das Schlagen der Ehefrau durch ihren marokkanischen Ehemann als “islamisch” legitim eingestuft hat. Der Ehemann wurde freigesprochen und die Richterin prompt vom Fall entzogen. Guckst Du auf Yahoo.
Zahlreiche Politiker und Menschenrechtler haben den Urteil scharf kritisiert, auch die Muslime. Aber trotzdem sind die Verlierer in allen Gesichtspunkten die Muslime.
- Die Richterin versucht sich als Islamgelehrte und rechtfertigt eine Straftat mit dem Islam. Das Grundgesetz der Bundesrepublik wird dafür außer Kraft gesetzt.
- Die eingehende Kritik aus der Elite Deutschlands ist gerechtfertigt. Leider haben sie einen faden Beigeschmack indem sie Ehrenmorde, Misshandlungen mit dem Islam in Verbindung bringen (Yahoo).
Die Vorsitzende des Frauen-Netzwerks in Deutschland HUDA e.V., Karimah Körting-Mahran, sagte dazu:
Als muslimische Frauen fragen wir uns, ob wir neben manch frauenfeindlich denkenden Muslimen jetzt auch noch deutsche Gerichte davon überzeugen müssen, dass die Frau auf der gleichen Stufe steht wie der Mann. Dass sie wie jeder andere Mensch das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit hat. Dass ihre Würde unter allen Umständen geschützt werden muss (islam.de).
Und weiter meinte sie:
Die Richterin stellt sich auf die Stufe der Taliban (islam.de).
Und Michaela Sulaika Kaiser ergänzte:
Die im 7. Jahrhundert offenbarten Verse müssen in ihrem jeweiligen Kontext betrachtet werden. Zur Auslegung der Verse sind historische, linguistische und koraninterne Analysen zu machen. Für den zitierten Koranvers 4:34 führt diese Analyse dazu, dass das arabische Wort “daraba” im Fall einer ehelichen Krisensituation nicht mit “Schlagen” übersetzt werden darf. Denn das Schlagen der Frau widerspricht eindeutig dem Anlass dieser Offenbarung wie auch dem Verhalten des Propheten Muhammad. Und es steht im Gegensatz zu anderen Koranversen, die sich mit dem Verhältnis von Mann und Frau beschäftigen. Selbst traditionelle Auslegungen des Verses 4:34 kommen zu dem Ergebnis, dass es sich beim Schlagen der Frau allenfalls um einen “leichten Klaps” handeln dürfe. Dies zeigt einerseits, dass selbst traditionelle Männer ein Verprügeln der Frau für nicht richtig halten. Andererseits macht dies leider auch deutlich, dass wir bei Auslegungen des Koran auf dem Weg zur Geschlechtergerechtigkeit noch am Anfang stehen (islam.de).
Egal wie man es dreht und wendet, die Muslime sind die “Buhmänner der Nation”. Sie stehen in den hinteren Reihen und schauen zu wie man im Kreis über sie redet, in ihren Namen spricht, streitet und diskutiert. Auch wenn der enge Kreis - Schulter an Schulter - keinen weiteren Teilnehmer zuläßt, müssen die Muslime sich ihren verdienten Platz in diesem Kreis erkämpfen.
Erst sich selbst an der Nase packen, danach kann alles nur besser werden ![]()
Toleranz und die CSU - Zwei polare Welten
Das ZDF plant in einigen Monaten parallel zur Sendung “Wort zum Sonntag“, die sich an gläubige Christen richtet, das “Wort zum Freitag” anzubieten. Das Angebot soll sich nicht wie zu seinem Vorbild als Fernsehsendung erstrecken, sondern es ist lediglich ein Forum auf der Internetseite des Senders vorgesehen.
Zu diesem Vorhaben hat sich der CSU-Generalsekretär Markus Söder gemeldet:
Wir brauchen keinen Moschee-Sender. Dafür sind Gebührengelder nun wirklich nicht da. Ein «Wort zum Freitag» fördert nicht die Integration, sondern bestärkt Parallelgesellschaften.
weiter
Statt über Islamkunde zu reden, sollte mehr über unsere Werte und unsere Alltagskultur berichtet werden. [...] Wie will man ausschließen, dass aggressive Islamgruppen diese Internetplattform für ihre Zwecke nutzen?
Das ist die Aussage einer Partei in einem weit weit entfernten Lande, die die Integration mit Feldstechern aus der Ferne beobachtet. Da kann man dieser Gesinnung nicht Übel nehmen, wenn einige Tunnel-Blick-Beobachtungen und die daraus resultierenden toleranzlosen Erkenntnisse ein Bild der Ignoranz skizzieren. Aber würden sie bloß die Augen dabei nicht verschließen, dann würde ein Hauch von Realität dieses “unkunstvolle” Bild ein wenig bunter schraffieren.
Die CSU hat die Integration zur Chefsache gemacht. Und wie soll man das machen, wenn man den größtmöglichsten Abstand zu diesen “zukünftigen” Mitmenschen beibehält? Wie will man mit “Gästen” vor der verschlossenen Tür sich unterhalten? Durch den Briefschlitz oder durch Briefwechsel? Die CSU schreit mit erhobenem Zeigefinger:
Integriert Euch, o Ihr Unmächtigen der deutschen Sprache. Wenn Du (Prophet) nicht zum Integrationskurs (Berg) kommst, dann lassen wir es nicht zu, dass der Integrationskurs (Berg) zu Dir (zum Propheten) kommt.
Es möge sich Niemand wundern, wenn bald in Bayern neben “Ich (Bello) muss draußen bleiben” ein weiteres Hinweisschild dazu kommt: “Ich (Muslim) muss vor dem Grundstück warten”! Auch für das Verb “integrieren” existiert die Diathese: die Einen, die integriert werden möchten und die Anderen, die integrieren möchten. Man kann aber niemals integriert werden, wenn man nicht integrieren möchte!
Herr Söder denkt wohl, dass er und Seinesgleichen die GEZ allein unterhalten. Ich als Muslim bezahle genauso - nicht weniger und auch nicht mehr - dieselben Gebühren. In einigen Sendungen fühle ich mich als Muslim ausgegrenzt und diskriminiert. Wieso werde ich pauschal und ohne Differenzierung mit Ehrenmorden und Terrorismus in Verbindung gebracht, obwohl ich sie abscheulicher finde als die gesamte Fantribüne in der Allianz-Arena? Wie viel Mitspracherecht habe ich bei der Gestaltung der Programme? Nach Herrn Söder soll der Muslim bezahlen und nur zugucken.
Ich bin der Überzeugung, dass die Muslime ein Forum in dieser Art nicht brauchen, denn es gibt genug solcher. Aber vielleicht braucht das ja unser gemeinsames Deutschland. Und ich gehöre dazu, denn in den Medien wurde es vordiktiert: “Du bist Deutschland“.
Apropos: ich drücke genauso wie alle Einwohner dieses Landes meine Steuern ab. Das Finanzamt fragt nicht nach meiner Religion. Das ist auch gut so! Denn die Zugehörigkeit einer Person zu einer Religion sollte idealerweise den Staat nicht interessieren. Vor dem Gesetz und Staat ist der Mensch gleich. So habe ich es in Deutschland gelernt.
Lieber Herr Söder und liebe CSU Anhänger: mit Ihrer grenzenlosen Ignoranz und unerträglichen Einbildung kann ich Leben. Dafür sollten sie mich wenigstens tolerieren und respektieren.
Quelle: Quotenmeter

