Wir behandeln Muslime wie Halbaffen
Ein Interview mit Jürgen Todenhöfer führte Çigdem Akyol, das im TAZ.de erschien. Todenhöfer, der Autor des Buchs “Warum tötest Du, Zaid?” und Friedensaktivist beantwortet Fragen zu Menschenrechten, zum Frieden, Irak, zur Beziehung zwischen Westen und Muslime.
Zu der Frage: “Sie behaupten, die westliche Politik gegenüber der muslimischen Welt leide unter einer erschreckenden Ignoranz einfachster Fakten. Die wären?” antwortet er:
Es gibt 45 muslimische Länder. Keines von ihnen hat in den letzten 200 Jahren ein westliches Land überfallen. Immer waren wir es, die militärisch angegriffen haben. An den blutigen Kreuzzügen, der Kolonisierung, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, den furchtbaren Massenvernichtungen unter den chinesischen und den sowjetischen Kommunisten, am Holocaust – an all diesen Verbrechen waren die Muslime nicht beteiligt. Wenn ich lese, dass in Deutschland trotzdem 83 Prozent der Menschen die Muslime für Fanatiker halten, wird doch deutlich, wie wenig wir über die muslimische Welt wissen. Die Fanatiker sitzen im Westen. Nirgendwo bin ich so viel Nächstenliebe und Gastfreundschaft begegnet wie in der muslimischen Welt.
Das komplette Interview können Sie unter taz.de – “Wir behandeln Muslime wie Halbaffen” durchlesen.
Warum tötest Du, Zaid?
Das Buch “Warum tötest Du, Zaid?” von Jürgen Todenhöfer zeigt entgegen des Mainstreams eine andere Seite des Irakkriegs. Er erzählt von Zaid – einem jungen Irakker – , der gegen die amerikanische Besatzung kämpft.
“Warum tötest du, Zaid?” gibt jenen eine Stimme, zu denen die Presseoffiziere des Pentagon ihre Besucherdelegationen niemals hinführen – den Mitgliedern des irakischen Widerstands. Es versucht zu erklären, warum dieser Widerstand nicht nur gegen die amerikanische Besatzung, sondern auch gegen die Terroristen von Al-Qaida und gegen die von ausländischen Mächten unterstützten Privatmilizen irakischer Politiker kämpft. Und es will deutlich machen, wo die fundamentalen Unterschiede zwischen Widerstandskämpfern und Terroristen liegen (Zum Inhalt von “Warum tötest Du, Zaid?”).
Unter anderem nahm Jürgen Todenhöfer beim ZDF am Talk von Johannes B. Kerner als Gast teil.
Teil 1:
Teil 2:
Sehr überzeugend finde ich seine 10 Thesen zum Islam und zu Muslimen:
- Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt. Millionen arabische Zivilisten wurden seit Beginn der Kolonialisierung getötet.
Klicke hier zur Erläuterungen der These! - Angesichts der Kriegspolitik des Westens ist es nicht wirklich erstaunlich, dass muslimische Extremisten immer mehr Zulauf bekommen.
Klicke hier zur Erläuterung der These. - Islamisch getarnte Terroristen sind Mörder. Für christlich getarnte Anführer völkerrechtswidriger Angriffskriege kann nichts anderes gelten.
Klicken Sie hier zur Erläuterung der These. - Muslime waren und sind mindestens so tolerant wie Juden und Christen. Sie haben die westliche Kultur entscheidend mitgeprägt.
Klicke hier zur Erläuterung der These. - Nicht nur in der Bibel, auch im Koran sind die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten die zentralen Gebote.
Klicke hier zur Erläuterung der These. - Die westliche Politik gegenüber der muslimischen Welt leidet unter einer erschreckenden Ignoranz einfachster Fakten.
Klicke hier zur Erläuterung der These. - Der Westen muss die islamische Welt genauso fair und großzügig behandeln, wie er Israel behandelt. Muslime sind so viel wert wie Juden und Christen.
Klicke hier zur Erläuterung der These. - Die Muslime müssen sich wie ihr Prophet Mohammed für einen Islam des Fortschritts und der Toleranz einsetzen. Sie müssen dem Terrorismus die religiöse Maske vom Gesicht reißen.
Klicke hier zur Erläuterung der These. - Nichts fördert den Terrorismus mehr als die „Antiterrorkriege“ des Westens. Die muslimischen Länder müssen ihre Probleme mit dem radikalen Islamismus selber ausfechten.
Klicke hier zur Erläuterung der These. - Das Gebot der Stunde heißt Staatskunst, nicht Kriegskunst – im Irankonflikt, im Irakkonflikt und im Palästinakonflikt.
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