Studienprogramm Informatik für Migrantinnen und Migranten
Es ist für viele Länder üblich, dass Abschlüsse aus dem Ausland nicht anerkannt werden. Ein Deutscher Facharzt kann zum Beispiel in den USA den Beruf des Arztes nicht nachgehen, weil sein Abschluss dort nicht anerkannt wird. So ist es auch bei vielen Migranten in Deutschland der Fall. Der erlernte Beruf im Heimatland wird nicht oder nur eingeschränkt akzeptiert.
Die Universität Oldenburg bietet ab dem kommenden Wintersemester ein spezielles Lehrangebot für Migrantinnen und Migranten an, die im Ausland erfolgreich das Fach Informatik oder Mathematik absolviert haben, aber hier in Deutschland nicht anerkennen lassen können.
Mit dem Studienprogramm „Informatik für Migranten und Migrantinnen“ bietet das Department für Informatik der Universität Oldenburg ab dem kommenden Wintersemester ein europaweit beispielloses Lehrangebot an.
Das Lehrangebot sieht vor, dass das Fachwissen der Hochschulabsolventen aus dem Ausland berücksichtigt wird und speziell auf diese Gruppe abgestimmter Lehrplan mit Aufsicht auf Bachelor oder Master angeboten wird.
Die Teilnehmenden des Programms können so innerhalb weniger Semester den bundesweit anerkannten berufsfähigen Abschluss „Bachelor of Science“ bzw. „Master of Science“ in Informatik erreichen.
Bewerbungen sollten bis zum 15. September 2008 eingereicht werden.
Quelle: Uni Oldenburg
Kopftuch vs. Kreuz
In einem – für alle verständlichen Artikel – zeigt Omar den Unterschied zwischen Kopftuch und Kreuz. Angeregt durch Lutz Tauberts Ansatz, der zu erklären versucht, was Kreuz und Kopftuch unterscheidet. Der Beitrag Herrn Tauberts fällt sehr subjektiv aus.
[...] Wir reden von Gleichbehandlung der Religionen (was in Ordnung ist oder mehr noch: von unserer grundgesetzlichen Ordnung her ausdrücklich geboten ist); aber wir können daraus nicht ohne weiteres auf eine Gleichbehandlung von religiösen Symbolen schließen. Vor allem dann nicht, wenn sie eine verschiedene Wertigkeit in der Wahrnehmung und Interpretation durch die Bürger im sogenannten religionsneutralen Staat haben. [...]
Wenn die Gesetze nach Wahrnehmung und Interpretationen der Bürger vewrstanden werden sollen, dann würde jeder seine eigenen Gesetze haben. Das kann doch nicht wahr sein.
Omar schreibt dazu:
Interessant: Was die Allgemeinheit der Bürger nach Herrn Taubert denkt, soll ausschlaggebend dafür sein, ob etwas verboten wird? Heißt das auch, dass er dem Verbot des Davidsterns zustimmen würde, wenn die Bürger Deutschlands es wieder als Symbol der angestrebten Weltherrschaft der Juden ansehen würden? Herr Taubert nutzt das schlechte Bild des Islams hier, um eine politische Agenda – die Bindung der deutschen Politik an die Kirchen – zu erzielen.
Leider ist der Unterschied Taubert, der Chefredakteur der evangelischen Presseverbandes in Bayern ist, nicht so deutlich geworden. Was ist denn jetzt der Unterschied?
Im Übrigen – es gibt natürlich einen Unterschied zwischen Kopftuch und Kreuz: das Kopftuch ist ein Bekleidungsstück, während das Kreuz nur an einer Halskette zur Bekleidung wird. An der Wand angehängt gehört es zur Ausstattung und im Allgemeinen ist es ein Symbol, was das Kopftuch zunächst einmal nicht ist. Zudem ist das Kreuz ein direktes Symbol des Christentums – es hängt in und an den meisten Kirchen meist mehrfach und symbolisiert durch seine Größe sehr oft Dominanz.
Das Kopftuch auf der anderen Seite gehört für die Muslima genauso wie die Bluse zur religiösen Bekleidung dazu. Das einzige, was es ausmacht liegt darin begründet, dass die umliegende Gesellschaft dieses Bekleidungsstück nicht trägt. Aber würde die Bluse auch zu einem gefährlichen Symbol mutieren, wenn die Mehrheit der Bürger sich entscheiden würden, sie nicht mehr zu tragen?
Alarmierende Bildungssituation der Migrantenkinder
Der deutsche Bundestag hat sich am Donnerstag mit dem „7. Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland“ (BT-Drs. 16/7600) befasst. Der Lagebericht zeichnet eine alarmierende Bildungssituation der Migrantenkinder. In dem Report werden erstmals auch Zuwandererkinder erfasst, die in Deutschland geboren sind.
Aus dem Lagebericht geht hervor, dass 40 Prozent aller Schüler aus Migrantenfamilien am Ende ihres Bildungsweges keine Qualifikation erlangen. Rund 40 Prozent besuchen von Ihnen die Hauptschule. Nur 8 Prozent schaffen das Abitur. An den Universitäten betrage der Anteil von Studenten mit Migrationshintergrund sogar nur 3,3 Prozent. Dem Bericht zufolge sind diese fehlenden oder unzureichenden Qualifikationen der Hauptgrund für das unter Einwanderern im Vergleich zu Deutschen doppelt so hohe Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren. Unter Migranten türkischer Herkunft sei die Quote der Unqualifizierten am höchsten
Positiv sei hingegen die gute Entwicklung der Selbständigenquote bei der ausländischen Bevölkerung. Im Vergleich zum Anfang der 1990er-Jahre sei ein Zuwachs von fast 12 Prozent zu verzeichnen. Ausländische Unternehmen hätten sich im Rahmen des Nationalen Integrationsplans außerdem verpflichtet, 10 000 zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Derzeit gebe es in Deutschland 582 000 Unternehmer mit Migrationshintergrund. Sie hätten bisweilen rund zwei Millionen Ausbildungsplätze eingerichtet. (sa)
Quelle: IGMG
MYUMMA – let’s work together
Junge Muslime erkennen das Potential, das in ihnen steckt und etwas auf die Beine zu bringen. Diesen Ansatz verfolgt MYUMMA, ein junges Projekt zur Koordinierung und Vernetzung junger Muslime.
MYUMMA.de ist eine unabhängige deutschsprachige Plattform von der Umma für die UMMA. Das zentrale Ziel des Portals ist das Vernetzen der aktiven Muslime im deutschsprachigen Raum und die gemeinsame Entwicklung nachhaltiger Projekte und Konzepte.
Was sind die Ziele von MYUMMA?
Projekt …
- Aktuelle Berichte über erfolgreiche Projekte
- Nationalen Überblick über die laufenden Projekte
- Inspirations- und Motivationsquelle für neue Projekte
- Pool von Projektkonzepten zum Adaptieren
Netzwerk …
- Vernetzung der aktiven Muslime in ganz Deutschland
- Suchen & Finden von aktiven Geschwistern
- Ansprechpartner erfolgreicher Projekte
- Anschluss für Interessierte Unterstützer
- Diskussionsforum für den Erfahrungsaustausch
- Plattform für Entwicklung neuer Projekte (lokal, regional, national)
Synergien …
- Auffinden von Synergie-Effekten
- Auffinden von gelösten Problemen
- Auffinden von vorhandenen Ressourcen/Möglichkeiten
Weiterbildung …
- Das Wissen teilen
- Wissen bereitstellen
Förderung …
- Förderung von professionellen Projekten
- Förderung der muslimischen Talente
- Förderung der multimedialen Präsenz der Muslime
- Wettbewerbe (AWARD) für Best-Practice-Projekte
Finanzierung
- Errichtung eines Sponsorenpools (Sponsoren für neue Projekte)
- Finanzierung von innovativen & sinnvollen Projekten
- Finanzierungsnetzwerk
MYUMMA träumt von einer UMMA, die
_nichts kaputt macht, sondern Neues aufbaut
_nicht Fehler sucht, sondern solche verbessert
_nicht diskutiert, um Recht zu haben
_nicht arbeitet, um Geld zu verdienen, sondern um Möglichkeiten zu schaffen
_nicht auf der Vergangenheit sitzt, sondern die Zukunft gestaltet
_nicht diesen Text liest, bejaht und letzten Endes doch anders handelt_Verantwortung übernimmt, und nicht auf die Anderen wartet
_macht, anstatt es tot zu diskutieren
_Selbstwertgefühl hat und hinter dem steht wer, was, wo er/sie ist
_ausprobiert, neue Wege und Lösungen zu finden
_selber agiert, anstatt immer auf Andere zu reagierenKönnen wir nicht Brüder sein? Let’s work together!
Ergo, be the active part of it…
Pauken für den Einbürgerungstest
Es ist ein Test mit 33 Fragen, von denen die Hälfte richtig beantwortet werden muss! Erst dann wird man ab dem 1. September eingebürgert. Die insgesamt 310 Fragen wurden von der Berliner Humboldt-Universität entwickelt. Der Test kostet 25 Euro und kann sooft man möchte wiederholen (DIE WELT).
Es ist wie bei einer Fahrschulprüfung: Man blecht Geld, paukt anhand älterer Testfragen und wenn man durchfällt, fängt das wieder von vorne an. Das geht dann so weiter, bis man den Test besteht. Ich hoffe nur nicht, dass der Einbürgerungstest in naher Zukunft in theoretisch und praktisch unterteilt wird.
Ausländerdebatte: Schmelztiegel der Ängste
Nicolas Richter analysiert die gegenwärtig einseitige Ausländerdebatte und fordert die Muslime mehr Einfluss in der Politik zu gewinnen.
Die U-Bahn-Überfälle haben es wieder gezeigt: Wenn Muslime auffällig werden, trübt sich im Westen schnell der Verstand. Es wird Zeit, dass sich eine muslimische Elite herausbildet, die in der deutschen Politik an Einfluss gewinnt.
Seinen empfehlenswerten Artikel findet Ihr hier.
Hagen Rether: Scheibenwischer Jahresrückblick 29.12.07
Endlich: Die längst fällige Studie über Integration und Migranten
Endlich unterstreicht eine Studie über Integration und Migration das, was jahrelang von Migrantenvertretungen behauptet wurde: “Einfluss der Religion und Herkunft werden bei Migranten weit überschätzt. Das soziale Millieu prägt den Menschen!”In der Netzeitung ist zu lesen:
Je höher der Bildungsstand von Einwanderern ist, desto leichter gelingt ihre Eingliederung in die Gesellschaft. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie über die soziale, kulturelle, ethnische und religiöse Herkunft von Menschen mit Migrationshintergrund. «Migranten wollen sich integrieren, aber dabei ihre Wurzeln nicht vergessen», sagte Familien-Staatssekretär Gerd Hoofe bei der Vorstellung der Studie am Dienstag in Berlin.
Die Alltagskultur von Migranten wird demnach weniger durch Religion und ethnische Herkunft bestimmt als vielmehr durch ihr soziales Milieu. Die Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zeige zudem, dass bei Migranten mit guter Bildung und wirtschaftlicher Absicherung die Gleichberechtigung der Geschlechter «als gesellschaftlicher Grundwert» fest verankert sei, betonte Hoofe.
Quelle: Netzeitung
Dritter Blogkarneval deutschsprachiger Muslime
Es steht der dritte Blogkarneval deutschsprachiger Muslime bevor. Mit einem Thema Eurer Wahl könnt Ihr bis zum 31. Mai am Blogkarneval teilnehmen. Sie findet am 1. Juni statt. Nähere Infos unter muslimkarneval.de.
Neue Zahlen: Migrationsland Deutschland
Das statistische Bundesamt hat neue Zahlen zur Migration veröffentlicht. Etwa 15,3 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, und ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren haben einen Migrationshintergrund.
Mit 14,2 % stammen die meisten Migranten aus der Türkei, gefolgt von der Russischen Föderation (9,4%), Polen (6,9%) und Italien (4,2%).
Weiterhin wird festgehalten, dass die in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund geringer qualifiziert sind. Zehn Prozent haben keinen Schulabschluss (ohne Migrationshintergrund 1,5%), 51% keinen Berufsabschluss (ohne Migrationshintergrund 27%) und 13% sind arbeitslos (ohne Migrationshintergrund 7,5%) (Statistisches Bundesamt).
Aus dem Bericht geht nicht hervor, welche Nationalitäten geringere Qualifikationen aufweisen. Laut der Definition des Statistischen Bundesamtes werden folgende Personengruppen dem Merkmal “Menschen mit Migrationshintergrund” zugeordnet:
- zugewanderte Ausländer
- in Deutschland geborene Ausländer
- eingebürgerte Ausländer
- Spätaussiedler
- sowie Kinder mit zumindest einem Elternteil, das eines der genannten Merkmale erfüllt (Wikipedia)
Für eine intakte Gesellschaft muss das Bildungsdefizit der Migranten mit entsprechenden Projekten und Förderungen angegangen werden. Wenn der deutsche Sozialstaat aufgrund negativen Bevölkerungswachstums ohne Zuwanderung nicht aufrechterhalten werden kann, dann sollten die Weichen jetzt in die richtige Richtung gestellt werden, wenn man nicht möchte, dass eine Klassengesellschaft entsteht, wo Wenigqualifizierte in soziale Brennpunkte abgedrängt werden. In derartigen Ghettos die deutsche Sprache zu erlernen, sich zu bilden und ein Gewinn für die Gesellschaft zu werden, scheint aussichtslos zu sein.
Der Integrationswille muss zweifelsohne vorhanden sein, denn ohne eine gemeinsame Sprache ist der Austausch nicht möglich. Auflagen, wie es andere Staaten mit Einwanderern handhaben, sind legitim. Integration bedeutet nicht, dass man seine Lebenseinstellungen und Überzeugungen aufgeben muss, um ein Teil der Gesellschaft zu werden. In einem freiheitlich-demokratischen Land kann ich so Leben wie ich möchte, solange ich mich an die Rechtsordnung und Spielregeln halte. Wenn Naturliebhaber ohne Strom abseits der Zivilisation im Wald leben möchten, dann bitte! Niemand hat das Recht aufgrund dessen solche Menschen zu diskriminieren und in der Gesellschaft zu benachteiligen. So muss ich anmerken, auch wenn die Döner-Tasche das Lieblings-Fast-Food Gericht der Deutschen ist, dass der Multi-Kulti Traum ausgeträumt ist.
Ich finde es aber umso schlimmer, dass das Wort Integration erst in den letzten Jahren in den allgemeinen Wortschatz des Ottonormalverbrauchers Einzug gefunden hat. Die erste Generation der Einwanderer beherrschte nicht einmal ein Bruchteil der deutschen Sprache der jetzigen Generation. Aber man hat schnell gemerkt, dass die Reduzierung des Menschen auf Humankapital eine Fehlkalkulation war. Welche Anstrengungen hat die deutsche Politik unternommen, um die so genannten Gastarbeiter in die Gesellschaft zu integrieren? Mein Erdkundelehrer hat mir stets gesagt
Die Betonung des Gastarbeiters liegt auf Gast und Gäste gehen irgendwann wieder.
Anstatt von Abschiebung von ausländischen Arbeitslosen zu sprechen, sollte man wissen, dass man in Deutschland – das gilt auch für Frankreich, Niederlande und andere europäische Länder – einen neuen Kulturkreis erschaffen hat – bewusst oder unbewusst. Der Türke wird hier als Ausländer diskriminiert und in der Türkei als “Almanci”. Das Wort “Almanci” ist eine Synthese aus “Alman” (Deutscher) und “Yabanci” (Fremder). Ist das der Dank dafür, dass meine Eltern hier jahrzehntelang für ein besseres Leben geschuftet haben und dann als Menschen zweiter Klasse angesehen zu werden? In der vermeintlichen “Heimat” kommen sie gar nicht mehr klar, denn die Heimat ist eben – zum Erschrecken der Rechten – Deutschland.
Es ist nur eine Frage der Lebensphilosophie und der Verantwortung der hiesigen Gesellschaft, wie sie mit politischen Asylanten, hilfebedürftigen Menschen und niedergelassenen Gastarbeitern umgehen wollen. Ignorieren oder doch helfen? Einladen oder ausladen oder doch aus der Ferne Beistand aussprechen? Sicherlich liegt die Entscheidung in der Hand dieser Gesellschaft.

