Sahira Awad rappt für Toleranz

Ein interessanter Artikel über eine kopftuchtragende Muslima, die für Toleranz rappt.

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“Kopftuch ist Freiheit”

Sie trägt Kopftuch und hat schon mit Rap-Star Bushido zusammengearbeitet. Sahira Awad gehört zu Berlins bekanntesten Hip-Hop-Musikerinnen. Sie ist gläubige Muslimin, das Kopftuch trägt sie aus Überzeugung. In der von Männern dominierten Hip-Hop-Szene wäre die Sängerin auch ohne die religiöse Kopfbedeckung ein Exot. Jahrelang trug Sahira ihre Haare offen. Für sie ist das kein Widerspruch zu ihrem Interesse am Islam. Schon als Kind mochte sie den Klang des “Ezan”, des Gebetsrufs.

In ihrem Studio in Charlottenburg wippt die 27-Jährige – braune Rehaugen, modische Jeans und eng angelegtes Kopftuch (das “Hidschab”) – zu den selbstkomponierten Beats. Sie sprüht nur so vor Selbstbewusstsein. Der 11. September 2001 war ein Wendepunkt in ihrem Leben. Sie empfand wie viele, dass der Islam nach den Anschlägen zur Terror-Religion stilisiert und Muslime pauschal verdächtig wurden. Die junge Frau wollte sich ein eigenes Bild machen und fing an, den Koran zu studieren. Ihr gefielen die Spiritualität und der Friedensgedanke der Weltreligion.

Toleranz erwünscht

Sahira begann zu beten – fünf Mal am Tag – und irgendwann setzte sie auch das Kopftuch auf. “Für mich ist das Freiheit, und ich würde mich unwohl fühlen, wenn ich jetzt einen Minirock anhätte. Das ist mein Kopf, mein Haar, meine Entscheidung”, sagt Sahira. Sie ist in Berlin geboren, als Tochter palästinensischer Eltern, und im Stadtteil Wilmersdorf aufgewachsen. Diese förderten die schulischen Leistungen der acht Kinder, achteten darauf, dass sie alle perfekt Deutsch lernten.

Die Mutter trägt kein Kopftuch, auch einige ihrer Schwestern nicht, wie die Musikerin erzählt. Die anderen sind religiöser, haben sich für das Tuch entschieden. Dass Sahira inzwischen allein erziehende Mutter eines Sohnes ist, sei für die Familie keine Schande, sondern Antrieb, sie zu unterstützen, zum Beispiel, wenn wieder Konzerte oder Proben anstehen. So viel Toleranz würde sich Sahira auch in der Kopftuch-Debatte wünschen.

Verunsicherung

Sie kennt auch die Argumente der Gegner wie der türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten Ekin Deligöz. “Für viele von uns Musliminnen steht es für Unterdrückung, Patriarchat und Frauenfeindlichkeit”, urteilte die Grünen-Politikerin über das Kopftuch, das für sie nicht an Schulen gehört. Deligöz’ klare Meinung verärgerte strenggläubige Muslime, die Politikerin erhielt sogar Morddrohungen. “Ich finde das ganz schrecklich”, sagt Sahira. Auch wenn sie Deligöz’ Auffassung nicht teilt, verurteilt sie die Art, wie darauf reagiert wird.

Schon oft hat die junge Frau Verunsicherung bei ihren Mitmenschen ausgemacht, wenn diese ihr Kopftuch sahen. Bei Bewerbungsgesprächen sei das Stück Stoff häufig ein Hindernis gewesen. Ganz anders in der Musikwelt: In der Hip-Hop-Szene falle das Tuch nicht weiter ins Gewicht, erzählt die Sängerin. Sie hat sich mit ihrer Musik schon früh Respekt bei den männlichen Kollegen verschafft. Mit 15 fing sie an, Songs zu schreiben und diese auf Kassetten aufzunehmen. Sie wurden in der Schule weitergereicht und landeten irgendwann bei einem Musikproduzenten.

Gewalt ist tabu

Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen sind Gewaltverherrlichung und Machotum in den Songs von Sahira tabu. Vielmehr reflektiert sie das Leben um sie herum – Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen, Generationskonflikte und vor allem die Frage nach den Wurzeln. “Elhamdüllilah, Frei Schnauze. Berlin, ja das ist mein Zuhause”, singt sie auf ihrem Debütalbum. “Heimat ist für mich immer da, wo ich nicht anecke und mich als Ganzes fühlen kann, also hier in Deutschland. Es ist nur komisch, dass man in der Öffentlichkeit selten als Teil dieses Landes wahrgenommen wird. Wenn wir in den Medien auftauchen, dann immer nur als unterdrückte Töchter oder kriminelle Arbeitslose.”

Deswegen will sie ein Vorbild sein, zeigen, dass eine gläubige Muslimin genauso emanzipiert und selbstbestimmt sein kann wie andere Frauen. Inzwischen hat die Musikerin ein eigenes Label gegründet, “Imani Music” heißt es. Imani kommt aus dem Arabischen und bedeutet “mein Glaube” – der Glaube an Gott und an sich selbst.

Von Aygül Cizmecioglu, dpa

Quelle: n-tv

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Comments

3 Responses to “Sahira Awad rappt für Toleranz”

  1. Aaylia on Juni 27th, 2007 13:00

    Selam allerseits,
    zu meiner Person:bin selber aus eigener Überzeugung Muslima,wurde jedoch elhamdouila nach dem Islam erzogen ohne jedem Zwang,elhamdouila!Bin hier geboren und aufgewachsen,elhamdouila!Kopftuch hab ich während meiner Teenagerzeit angefangen zu tragen.Aus Eigeninitiative.Ich verstehe diese Religion und versuche sie auszuleben wie es mir möglich ist.Aber mit Respekt!Das Kopftuch hab ich wegen meiner beruflichen Karriere abgelegt,bedauerlicherweise.Aber mir war es wichtig mein Wissenfluß fort zu fahren.Ich studiere elhamdouila im Fach gehobener Dienst und dort ist es nicht erwünscht.Kann ich verstehen,denn die Medien ziehen meine Religion halt durch den Dreck.Das hat schon gar nichts mehr mit Toleranz zu tun!Die Leute fühlen sich bedroht!Da gehen alle Wahrsignale an und da ist die Vernunft nur noch auf Standby!Ich kann das nachvollziehen auch wenn ich den kürzeren ziehe.Ich bitte bei jedem Gebet um Vergebung.Mehr kann ich nicht tun.Ich labe hier und muss mich anpassen.Integration!Das ist die einzige Lösung für alle!Ich lasse mir nur nicht nehmen die (5) Säulen des Islams zu erfüllen!Das Fundament eines jeden Muslima!Warum ist das Kopftuch eine feste Reglung?Die Frau soll sich verhüllen.Ihre sexy Reize maschaahla verbergen,denn der Mann kann von Natur aus nicht wiederstehen!Er kann nichts dagegen tun.Tatsache,1000 mal wissenschaftlich erwiesen!Da kommt eine Rapperin daher sagt ich trage Kopftuch und hab den Quran gelesen!!!WOW..Hauptsache sexy Ohringe und Augenbraue zupfen!Wisst ihr wie Haram das ist!!Man sieht doch ihre sexy kurven!Mensch leude es gibt leute die glauben daran.und ihr zieht das so unverschämt durch den dreck.let it be!
    mrä selama

  2. eine muslima on August 30th, 2007 01:25

    As Salamu aleykum,
    eine frage an dich Sahira,was glaubst du? Wofür steht denn dein Kopftuch? Um deine Aurah (Reize) zu verstecken? JA, richtig so ist es von ALLAH (s.w.t) geboten…
    Das kopftuch ist KEIN Modisches ACSESOIR was man passend zu seinen Ohringen oder Liedschatten aussucht…Es ist eine Schande, das du dich so präsentierst und dann auch noch in deinen sogenannten texten rapst das du dich nicht dem westlichen kleidungsstil unterwirfst… wenn ich dich auf der strasse sehen würde dann würde ich niemals Salam(friedens Gruß, es ist pflich für jeden muslim seinen bruder o. schwester damit zu grüßen ) sagen,weil ich dich nicht als muslima erkennen kann.
    Es reicht nicht sich ein Tuch um den Kopf zu wickeln,es gehört mehr dazu Schwester.Was ist mit deinen Ohren und dem dazu gehörigem Schmuck,deinem Hals,dein Ausschnitt oder auch mit deiner STIMME?? Deine stimme gehört genauso zu deinen reizen wie z.B. deine Haare!Glaubst Du denn einer der frauen von unserem geliebten Propheten Muhammad s.a.s. sind so rum gelaufen oder haben ihre reize Präsentiert? Nein,und wir sollten es ihnen gleich tun,sie sind unsere konkreten Vorbilder.
    Alles was wir Muslime tun, tun wir in erster Linie für Allah,richtig…Aber letztendlich für uns und unser Nachleben, und da bleibt uns nur entweder Cannah oder Cahanam.
    Zu dir Schwester Aaylia, du sagst du hast das Kopftuch abgelegt um in deinem Beruf arbeiten zu können!? Für wen hast du es den angelegt? ich gehe davon aus,weil du es so geschrieben hast fuer ALLAH s.w.t.
    Ist dir denn dein diesseitiges Leben wichtiger als das jenseits? Unser Leben ist nichts anderes als eine prüfung, und nichts im vergleich zu später…also ist es dir wichtiger sich den nichtmuslimen anzupassen als den geboten von unserem SCHÖPFER zu folgen. Die einzige Lösung ist unsere Religion, die für alle gilt! Intigration heisst assimilation d.h. es ihnen gleich zu tun,ein stück von ihnen zu werden-und nicht von ALLAH s.w.t
    A salamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatu

  3. Aaylia on Januar 14th, 2008 13:35

    @eine muslima

    ich glaube aus reinster überzeugung,
    die wichtigkeit ein kopftuch zu tragen, wo haare kein reiz darstellen, ist nicht notwendig.ich habe darüber nachgedacht und mich entschieden.
    frauen mit kopftuch werden in der regel sogar mehr studiert als ohne..
    ich hab ne freundin mit kopftuch und die wird echt stärker unter die lupe genommen als meine wenigkeit.
    man ist nicht unbedingt ein besserer muselmann mit kopftuch!!!
    maschahela für jeden der es trägt aber ich darf es nicht…
    naja man kann drüber diskutieren…man muss sich aber auch anpassen oder`??
    mrä selama

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