Islamkonferenz: Gegenseitiger Respekt
Die zweite Islamkonferenz fand unter der Leitung von Herrn Schäuble in Berlin statt. Ausführliche Berichte sind auf jeder Nachrichtenwebseite zu finden. Hier einige zur Auswahl: Netzeitung, FTD, Welt Online.
Was mir aber persönlich ins Auge gestochen ist, dass der frühere Verfassungsrichter Ernst Gottfried Mahrenholz die Meinung vertritt, dass das Kopftuchverbot Kopftuch die Integration nicht hindert. Er befürwortet zudem, dass muslimische Lehrerinnen ein Kopftuch im Unterricht tragen dürfen:
«Das fördert die Integration.» Durch Verbote «machen wir das Kopftuch zu einem Symbol einer muslimischen Identität statt zu einem Symbol der Integration». Der Jurist sprach Eltern auch das Recht zu, ihre Kinder von gemischt- geschlechtlichen Sportstunden fern zu halten, wie es der Koordinierungsrat der Muslime fordert. «Integration hat eine einfache Philosophie: Respekt der Muslime vor unserer Rechtsordnung, Respekt der Mehrheitsgesellschaft vor ihrer Kultur», sagte Mahrenholz (WA, sueddeutsche).
Das ist meiner Auffassung nach genau der richtige Ansatz, wenn man in Frieden und Harmonie miteinander für dieses Land leben möchte. Unterwanderungsparanoia wie der Spiegel versucht zu schreien, finde ich lächerlich, wenn man bedenkt, dass die Muslime mit etwa 3,5 Millionen nicht einmal 3% der Bevölkerung ausmachen.
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9 Responses to “Islamkonferenz: Gegenseitiger Respekt”
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Nee,
3,5 Millionen sind aber in Deutschland deutlich mehr als 3% der Bevölkerung! Und in den Schulen sieht die Proportion noch mal deutlich anders aus!
und was den Respekt vor der Rechtsordnung angeht:
Gibt es da nicht sowas wie Schulpflicht? Wie wär es denn mit dem Ansatz, einfach wie alle anderen am Schulsport teilzunehmen, wenn es denn aus kulturellen Gründen sein muß, mit Kopftuch und langen Ärmeln?
Es gibt sehr gute Gründe, Schulsport, Schwimmkurse, Sexaufklärung usw. zu machen – warum sollen die hinter den kulturellen Gründen zurückstehen?
Rate mal, welche Kinder am häufigsten Probleme mit Übergewicht haben?
http://www.bkk.de/bkk/pressemitteilungen/powerslave,id,175,nodeid,15.html
“Respekt der Muslime vor unserer Rechtsordnung, Respekt der Mehrheitsgesellschaft vor ihrer Kultur”
Da kann man sich drauf einigen, bloß wie es im Konfliktfall gelöst wird, bleibt unklar…
frl.
Oops, da habe ich mich wohl genau um 1,345% verrechnet. Jetzt sieht die Situation viel dramatischer aus.
Die Mehrheit der muslimischen Mädchen nehmen am Sportunterricht teil, auch mit und ohne Kopftuch, mit und ohne langen Ärmel. Ja, es gibt die Schulpflicht, aber es gibt auch die freie Religionsausübung. Ich hatte beim Abitur Sport als Leistungskurs. Frauen und Männer wurden getrennt geprüft und das war noch vor acht Jahren. Die Frauen durften für geleiche Noten weniger werfen, weniger laufen und die Lehrer nahmen mehr “Rücksicht” auf sie. Ist ja auch verständlich. Der sportliche Wettkampf ist per se Geschlechter getrennt. Oder haben Sie schon mal was anderes beobachtet?
Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass der schulische Sportunterricht der Übergewichtigkeit entgegenwirkt! Im Schulunterricht spielt man vielleicht Völkerball und Seilspringen. Und für eine ausreichende Note muss man doch nur anwesend sein. Also dieses Argument ist gar nicht haltbar.
Im Konfliktfall entscheidet das Grundgesetz! Punkt.
Nee,
macht ja nichts, daß Sie Sich um 45% (bzw. 1,345 Prozentpunkte) verrechnen… weil es ja um Schüler geht, und da wird der muslimische Anteil eher auf 6% (, inklusive Ostdeutschland?) und 8,9% (, ca. 2003?) geschätzt – und daß er in den Städten und in Haupt- und Realschulen nochmal einiges höher ist, wird wohl niemand bezweifeln? Da gibt es dann auch schon mal muslimische Mehrheiten. Und: der muslimische Anteil nimmt zu.
Das ist ja kein Grund zu Panik oder Paranoia, aber hier ging um Forderungen des KRM, die den koedukativen Sportunterricht abschaffen. In anderen Ländern – Frankreich, Großbritannien – wird muslimischen Schülern eine koedukative Teilnahme in kulturspezifischer Sportkleidung auch zugemutet – warum geht das hier nicht? Warum soll hier – nach Empfehlung des Islam-forum – das tausendmal mit den Eltern diskutiert werden, wieder und wieder ?
Kommt natürlich individuell und auch auf den Lehrer an, aber durchschnittlich :
Also übertreiben solten sie es ja auch nicht. Ich habe mich lediglich um 44,83 % verrechnet. Also 0,17% mir unterzujubeln finde ich von Ihnen auch nicht fair. Apropos laut geschätzter Statistik (immerhin in 4 von 9 Bundesländern geschätzt, von den restlichen 7 fehlt jede Spur) des Spigels gibt es in NRW 8,9% Schüler aus muslimischen Familien, in ganz Deutschland 5,5%. Wissen Sie was, wir runden gleich auf 6% hoch. Ich merke auch, dass ich angefangen habe, wie Sie Erbsen zu zählen.
Wenn es kein Grund zu Panik bzw. zur Besorgnis gibt, wieso missfällt es Ihnen, dass der Anteil der Menschen mit muslimischen Glaubens in der Bevölkerung zunimmt? Meiner Meinung ist das Paranoid. Ich lege Ihnen das Kommentar von hay ans Herz. Vor dem Gesetz sind ALLE gleich und die Gesetze garantieren dem Individuum seine Rechte. Vielleicht finden Sie selbst die Antwort, warum einige Menschen Ihre Erziehungspflicht anders sehen und ihre Rechte einfordern. Ich würde Herrn Hakki Keskin raten sich auf die demokratischen Werte des Staates zu besinnen und sich und seine Meinung nicht über das Gesetz zu stellen. Wenn er der Meinung ist, das diskutieren nichts bringt, dann macht er sich selbst lächerlich!
Es sind pro Woche drei Stunden Sport an Schulen vorgeschrieben. In Bayern sogar vier Uni-Augsburg. Z.B. in Bielefeld wird aber tatsächlich 2,4 Tage Sport unterrichtet Sportunterricht.de. Ihre Statistik spricht aber leider vom täglichen Sportunterricht! Aber für täglichen Sportunterricht reicht dem Land leider das Geld nicht aus. Außerdem habe ich in Ihrer Quelle die Behauptung nicht finden können
Schön, lassen wir die Erbsenzählerei.
Mir geht es darum, daß Sie das Ausmaß kleinreden: weniger als 3%, das wäre durchschnittlich nicht mal 1 Schüler pro Klasse, aber so ist es halt nicht. Es geht nicht um Einzelfälle, sondern um eine nicht zu vernachlässigende, wachsende Minderheit von Schülern. Was der KRM fordert, würde zu einem fast flächendeckenden Ende des koedukativen Sportunterrichts führen. (Bräuchte man nicht außerdem auch immer zweierlei Sportlehrer oder völlige Umorganisation des Schulablaufs, teilweise bauliche Änderungen?)
Oder die Betroffenen nehmen nicht mehr am Sportunterricht teil. Was wird da aus der Schulpflicht? Und wollen Sie im Ernst die massengesundheitlichen Vorteile des Sportunterrichts leugnen? (und Übergewicht ist da nur eins von mehreren Themen!)
google ist Dein Freund:
http://www.google.de/search?hl=en&q=Die+Untersuchung+belegt+auch%2C+dass+Schulsport+viel+bewegen+kann%3A+In+allen+%C3%9Cbungen+schnitten+Sch%C3%BCler%2C+die+drei+oder+mehr+Stunden+Schulsport+hatten%2C+besser+ab.&btnG=Google+Search
(Da steht aber nicht so viel über die Studie wie in der von mir angegebenen Quelle)
Wo sage ich denn, daß mir das mißfällt? Sind Sie vielleicht paranoid, daß Sie Sich sowas einbilden?
Ja, selbstverständlich. Aber es gibt eben nicht nur das Grundrecht auf Religionsfreiheit, und es ist auch nicht grenzenlos. Auch Kinder religiöser Eltern haben ein Grundrecht auf Bildung (und beispielsweise körperliche Unversehrtheit), auch wenn die Eltern (beispielsweise!) glauben, daß die Bibel das einzig lesenswerte Buch ist!
Was ist denn, wenn auch Evolutionsbiologie, Geographie, Teile des Geschichtsunterrichts den religiösen Vorstellungen von Eltern widersprechen? Müssen wir das dann auch in jedem Fall ad infinitum diskutieren? Mit welchem Ergebnis?
Ein Rechtsstaat erlässt klare Regelungen, und wenn Bürger dagegen verstoßen und dafür Konsequenzen gezogen werden, steht ihnen der Rechtsweg offen, um das überprüfen zu lassen (Widersprüche, Klagen). Herr Keskin hat völlig recht, wenn er findet daß dies auch bei der Schulpflicht gelten muß.
Entschuldigen Sie meine verspätete Antwort, aber die Zeit rennt mir davon, deshalb möchte ich ihre kostbare Zeit nicht verschwenden.
Also, dass Sport gesund ist, darüber brachen wir nicht diskutieren. Mir ist wichtig, dass die Quellen, auf die sie Ihre Aussagen stützen, auch inhaltlich dasgleiche wiedergeben. Ihre Quelle sagt, dass täglicher Sportunterricht gesund ist und nicht zwei Stunden pro Woche, was aktuell an Schulen normal ist (s.o.). Als Softwareentwickler weiß ich ganz genau wie man eine Suchmaschine bedient, auch wenn Sie Google zu meinem Freund erklären.
Ich habe Ihnen bereits geschrieben, dass die Mehrheit der muslimischen Kinder am Sportunterricht teilnehmen. Sie regen sich über Einzelfälle auf und verallgemeinern, dass Muslime generell gegen koedukativen Unterricht sind. Das müssen sie mir erstmal belegen!
Wenn Eltern Bedenken bei der schulischen Erziehung ihrer Kinder haben, dann erlaubt das Gesetz, Kinder aus dem Unterricht zu entfernen! Das gilt auch für Sie. Die Eltern müssen dann zusehen, dass der Stoff irgendwie nachgeholt wird.
Sie übertreiben ein wenig. Das Verwaltungsgericht Münster hat z.B. die Befreiungvom Sexualunterricht abgelehnt:
oder
Quelle: http://www.sekteninfo-bayern.de/sexualunterricht01.html
Dass Eltern ihre Kinder willkürlich aus dem Unterricht entziehen, ist schon wieder Paranoid. Ach ja, wenn ich Sie gekränkt haben sollte, dann nehme ich “Paranoid” zurück. Schöne Grüße
Also, wir sind uns einig, daß Sport gesund ist, wir sind uns auch einig, daß täglicher Sportunterricht gesünder ist als einmal die Woche. Sind wir uns auch einig, daß 2 Stunden Sport wöchentlich gesünder ist als jahrelang gar kein Sport? Zumal die Kopftuchträgerinnen wahrscheinlich auch zu den 60% Schülern gehören, die keinen anderen Sport treiben?
Ich werde Ihnen gestehen, daß ich keine dramatischen “Verfettungseffekte” erwarte durch die Sportunterrichtsverweigerung. Aber: tatsächlich eine schlechte Kondition, weniger Beweglichkeit. Und: die Sportstunden sind mit die sozial wichtigsten an der Schule, nicht nur für Schüler die vielleicht noch zusätzliche Sprachprobleme haben, aber gerade auch für die.
Wenn Sie das mit der Kondition bezweifeln, hatten Sie offensichtlich nie einen Sportlehrer mit einer Trillerpfeife und einer Vorliebe für “Kraftzirkel”…
Und zu der Studie: Es gibt nicht zu jeder möglichen Fragestellung eine Studie, und nicht jede Studie wird im Volltext ins Internet gestellt. Man kann auch nicht für eine Studie den Sportunterricht abschaffen. Ich finde die Ziroli & Döring 2003 Studie trotzdem aussagekräftig – soo einfach sollten Sie es Sich nicht machen.
Ich habe Ihnen bereits geschrieben, dass die Mehrheit der muslimischen Kinder am Sportunterricht teilnehmen. Sie regen sich über Einzelfälle auf und verallgemeinern, dass Muslime generell gegen koedukativen Unterricht sind. Das müssen sie mir erstmal belegen!
Das zu belegen ist tatsächlich ein Problem, weil darüber keine Statistiken geführt werden, es keine Studien dazu gibt und Sie den Artikel über Hamburg ja auch schon als “Einzelfälle” abgetan haben. Martin Spiewak hat für die Zeit versucht, irgendwelche Zahlen von den Landeskultusministerien zu bekommen: Fehlanzeige http://www.zeit.de/2006/50/B-Schulverweigerung?page=all
Warum gibt es keine Zahlen über die Schulverweigerer? Weil schon auf der Schulebene, schon von den Lehrern aufgegeben wird, selbst wenn man mit dem BVerwG Urteil von 1993 :
eigentlich erst mal die Kleidungsvarianten ausschöpfen müßte. Sind also die Lehrer schuld, weil sie nicht hinter diesen Eltern hartnäckig (und mit Dolmetscher) hinterherlaufen? Ich glaube man kann die Verantwortung für den Konflikt nicht einfach den Lehrern aufhalsen und dann verwundert tun, wenn die das dann so lösen, daß Sportunterricht nur noch optional ist.
Wie komme ich zu dieser Einschätzung, ohne Statistiken? Durch Artikel aus Hamburg, aus Berlin und Berichte von Referendarinnen aus Berlin und Bremen. Mag sein, daß in westdeutschen Provinzstädtchen die Welt noch in Ordnung ist.
Generalisiere ich? Ist es nicht nur eine winzige Minderheit der muslimischen Schüler? Ein Minderheit, ja – rein geschätzt: 20%? – BIS die Schule “kippt”, wenn die Mehrheit der Schüler muslimisch ist oder ein konservativer Islamunterricht eingeführt wird, wie beispielsweise in Berlin:
Nachdem ich meine “Quellen” (inklusive Großstadt-bias!) hier offengelegt habe, wie kommen Sie denn hierzu:
Wenn Sie das nur aus eigener Anschauung in Schulen in Bayern oder Baden-Württemberg haben, hat das nichts zu sagen: dort gibt es keinen koedukativen Sportunterricht. (Obwohl es auch da noch Wünsche nach Suspendierung geben mag)
Also, was sind IHRE Quellen?
Wo haben Sie das her? Jedenfalls nicht aus Ihren zitierten Urteilen, da werden die Schüler zum Sexualkundeunterricht verpflichtet, obwohl die Eltern Bedenken haben!
Und das finde ich richtig so, wie schon gesagt: Schulpflicht.
Und was die Paranoia angeht, die liegt wirklich bei Ihnen.
Bzw. Sie verwechseln Slippery-slope Argumente mit Paranoia.
Vielleicht stehe ich einfach nur ein bißchen tiefer an der slope als Sie?!
Und so leicht würde ich das nicht als puren Alarmismus abtun. Lesen Sie mal den Obin-Bericht aus Frankreich (2004), was trennt uns von den dortigen Verhältnissen? Türkische statt arabische Muslime? Eine andere Schulpolitik? Oder doch einfach nur 5 oder 10 Jahre Zeit?
Symposion „Mein Gott, Dein Gott“ zu Interreligiosität, Köln, 21./22. Mai 2007
Ergebnisse der Tübinger Pilotstudie in ausgewählten Ballungsgebieten:
Hallo frl,
sorry, dass ich so spät reagiere. Ich laufe hinter meiner Zeit her, deshalb möchte ich auf dieses Thema nicht tiefer eingehen, da ich doch einfach bloggen möchte und nicht bis ins unendliche diskutieren.
Ich habe da einige Links für Dich, wo Du zu diesem Thema die muslimische Sicht zum Schwimmunterricht nachlesen kannst:
http://islam.de/8718.php und
http://www.jurblog.de/2007/05/10/integrationsministerin-boehmers-argumente-gegen-getrennten-schwimmunterricht/trackback/ kannst Du Dich an der Diskussion beteiligen.
Beste Grüße