Ein Hauch von Apartheid

Ich habe den Artikel “Ein Hauch von Apartheid” von Wut! bei Arne Hoffmanns Blog gefunden, der in mir Erinnerungen meines letzten IAA Besuchs in Frankfurt hochkommen ließ.

Bei der Sicherheitskontrolle, die durch Polizisten durchgeführt wurde, wurden wir “Schwarzköppe” genauer unter die Lupe genommen. Etwa eine halbe Stunde lang wurde unsere fünfköpfige Gruppe vor der Sicherheitskontrolle warteten Besuchern nacheinander befragt. Von Polizisten umstellt und öffentlichen an den Pranger gestellt, gaben wir “potentielle Terroristen” ein gutes Bild für die Presse ab. Wir wurden vor allen Menschen einfach bloßgestellt!

Auch unsere Nachfrage, ob man die Überprüfung nicht diskreter durchführen könnte, blieb einfach offen. Ein Beschwerdebrief über die ethnische Auswahl von Menschen, der vom angehenden Juristen (er war auch dabei) verfasst wurde, hat leider nichts bewirken können.

Der Beitrag Ein Hauch von Apartheid schildert das kopflose Vorgehen der Polizei, wo Menschen nach Ethnie als gefährlich oder ungefährlich gefiltert werden.

Dritter Blogkarneval deutschsprachiger Muslime

Es steht der dritte Blogkarneval deutschsprachiger Muslime bevor. Mit einem Thema Eurer Wahl könnt Ihr bis zum 31. Mai am Blogkarneval teilnehmen. Sie findet am 1. Juni statt. Nähere Infos unter muslimkarneval.de.

Universität Paderborn: Neue Lehrbeauftragte Hamideh Mohagheghi zu islamischer Theologie

Hamideh MohagheghiMeine ehemalige Unversität bietet wieder mit der neuen Lehrbeauftragten Hamideh Mohagheghi islamische Theologie an. In diesem Semester leitet Mohagheghi eine Veranstaltung zur Einführung in islamische Theologie und beteiligt sich am Trialog-Seminar Judentum – Christentum – Islam, das dem Thema Rituale im Lebenslauf gewidmet ist.

In der Pressemitteilung der Universität Paderborn wird Hamideh Mohagheghi wie folgt vorgestellt:

[...] Hamideh Mohagheghi ist in Teheran geboren, hat Jura und arabische Sprache an der Universität Teheran sowie Rechts- und Religionswissenschaft an der Universität Hannover studiert. In Hamburg absolvierte sie ein Studium islamischer Theologie.

Seit 1996 ist Mohagheghi als 2. Vorsitzende im Huda-Netzwerk für muslimische Frauen e. V. aktiv. Sie ist Gründungsmitglied der 2004 gegründeten Muslimischen Akademie in Deutschland und führt seit 2001 Seminare zur Weiterbildung von christlichen Religionslehrkräften sowie von Pfarrerinnen und Pfarrern durch. In Niedersachsen arbeitet sie daran mit, im Schulversuch „Islamischer Religionsunterricht“ Lehrkräfte fortzubilden und Lehrmaterialien zu erstellen. Sie hat mehrere Artikel und Aufsätze zur islamischen Theologie und zum Islam in Deutschland verfasst. [...]

Quelle: Uni Paderborn

Dokumentation: Der Islam – History Channel

Ein gelungener Beitrag.

Udo Ulfkottes lächerlicher Auftritt

Beim Zappen in später Stunde fand ich bei n-tv ein interessantes Fernsehduell zwischen dem Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen Hans-Christian Ströbele und dem angeblichen “Islamexperten” Udo Ulfkotte. Unter der Leitung von Heiner Bremer, der die Sendung Das Duell moderiert, wurde das Thema “Kampf der Kulturen – Wie gefährlich ist der Islam?” erörtert.

Ich habe bis dato noch kein Fernsehduell gesehen, wo Gewinner und Verlierer eindeutig feststand, wie bis zu dieser Sendung. Man sprach über das Schächten, Kopftuch, Dialog, Koedukation und noch andere “brisante” Themen. Gegen die Argumente des Herr Ströbeles konnte der hochgepriesene “Islamexperte” der Medien nichts entgegenbringen. Allein die Beispiele, die aufzeigen sollten, dass der Islam für die deutschen Werte gefährlich sei, waren aus dem Zusammenhang gerissen und überverhältnismäßig dramatisiert. Z.B. bringt der Herr Islamexperte Publikationen der Ahmadiyya als Argumente, wobei er vermutlich nicht weiß, dass die Ahmadiyya in der islamischen Welt als eine Sekte verstanden wird und nach einer Fatwa der Islamischen Weltliga in Mekka im April 1974 zu “Nicht-Muslimen” erklärt wurde (AboutAhmadiyya). Vielleicht weiß er es doch und möchte nur Stimmung gegen Muslime machen; soviel Argwohn gegenüber dem Islam dürfen wir Herrn Ulfkotte doch unterstellen. Am lächerlichsten fand ich seine Paranoia über flächendeckende Schwimmtage für muslimische Frauen. Auf die Frage vom Moderator und seinem Kontrahenten, wo solche Tage überhaupt stattfänden, antwortete er, dass er derartige Mitteilungen über das Internet erhält! Das ist hochgradig akademisch und unwiderlegbar empirisch, oder einfach nur lächerlich.

Der Frage, was würde er machen, wenn er mit seinen neuen Anti-Islam Partei zum Bundeskanzler gewählt werden würde, wich er einfach aus. Dass die deutschen Gesetze für Recht und Ordnung sorgen und dass kein zweites Rechtssystem wie das Schrecken der Islamophoben die “Scharia” geduldet wird, hat ihn so wirklich nicht interessiert. Für ihn gibt es wohl nur eine Lösung: “Öffnet die Pforten und raus aus Deutschland!”

Diejenigen die Herrn Ulfkotte zu seinem “Islamexperte”-Grad verholfen haben, sollen doch nun wissen, dass er heute Abend zweifelsfrei zum “ICH- WEISS- NICHT- VIEL- ÜBER- DEN- ISLAM- ABER- ICH- WEISS- DASS- ICH- IHN- HASSE” degradiert wurde. Zu Gegenargumenten und Aufforderungen, seine Behauptungen zu belegen, schwieg er einfach. Egal für wie tolerant Udo Ulfkotte sich zu verkaufen versucht, man konnte zwischen den Zeilen seinen Hass und Abscheu gegenüber den Menschen muslimischen Glaubens erkennen. Aus diesem Grunde müssen die Muslime umso mehr Toleranz für Intolerante aufbringen.

Neue Zahlen: Migrationsland Deutschland

Das statistische Bundesamt hat neue Zahlen zur Migration veröffentlicht. Etwa 15,3 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, und ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren haben einen Migrationshintergrund.

Mit 14,2 % stammen die meisten Migranten aus der Türkei, gefolgt von der Russischen Föderation (9,4%), Polen (6,9%) und Italien (4,2%).

Weiterhin wird festgehalten, dass die in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund geringer qualifiziert sind. Zehn Prozent haben keinen Schulabschluss (ohne Migrationshintergrund 1,5%), 51% keinen Berufsabschluss (ohne Migrationshintergrund 27%) und 13% sind arbeitslos (ohne Migrationshintergrund 7,5%) (Statistisches Bundesamt).

Aus dem Bericht geht nicht hervor, welche Nationalitäten geringere Qualifikationen aufweisen. Laut der Definition des Statistischen Bundesamtes werden folgende Personengruppen dem Merkmal “Menschen mit Migrationshintergrund” zugeordnet:

Für eine intakte Gesellschaft muss das Bildungsdefizit der Migranten mit entsprechenden Projekten und Förderungen angegangen werden. Wenn der deutsche Sozialstaat aufgrund negativen Bevölkerungswachstums ohne Zuwanderung nicht aufrechterhalten werden kann, dann sollten die Weichen jetzt in die richtige Richtung gestellt werden, wenn man nicht möchte, dass eine Klassengesellschaft entsteht, wo Wenigqualifizierte in soziale Brennpunkte abgedrängt werden. In derartigen Ghettos die deutsche Sprache zu erlernen, sich zu bilden und ein Gewinn für die Gesellschaft zu werden, scheint aussichtslos zu sein.

Der Integrationswille muss zweifelsohne vorhanden sein, denn ohne eine gemeinsame Sprache ist der Austausch nicht möglich. Auflagen, wie es andere Staaten mit Einwanderern handhaben, sind legitim. Integration bedeutet nicht, dass man seine Lebenseinstellungen und Überzeugungen aufgeben muss, um ein Teil der Gesellschaft zu werden. In einem freiheitlich-demokratischen Land kann ich so Leben wie ich möchte, solange ich mich an die Rechtsordnung und Spielregeln halte. Wenn Naturliebhaber ohne Strom abseits der Zivilisation im Wald leben möchten, dann bitte! Niemand hat das Recht aufgrund dessen solche Menschen zu diskriminieren und in der Gesellschaft zu benachteiligen. So muss ich anmerken, auch wenn die Döner-Tasche das Lieblings-Fast-Food Gericht der Deutschen ist, dass der Multi-Kulti Traum ausgeträumt ist.

Ich finde es aber umso schlimmer, dass das Wort Integration erst in den letzten Jahren in den allgemeinen Wortschatz des Ottonormalverbrauchers Einzug gefunden hat. Die erste Generation der Einwanderer beherrschte nicht einmal ein Bruchteil der deutschen Sprache der jetzigen Generation. Aber man hat schnell gemerkt, dass die Reduzierung des Menschen auf Humankapital eine Fehlkalkulation war. Welche Anstrengungen hat die deutsche Politik unternommen, um die so genannten Gastarbeiter in die Gesellschaft zu integrieren? Mein Erdkundelehrer hat mir stets gesagt

Die Betonung des Gastarbeiters liegt auf Gast und Gäste gehen irgendwann wieder.

Anstatt von Abschiebung von ausländischen Arbeitslosen zu sprechen, sollte man wissen, dass man in Deutschland – das gilt auch für Frankreich, Niederlande und andere europäische Länder – einen neuen Kulturkreis erschaffen hat – bewusst oder unbewusst. Der Türke wird hier als Ausländer diskriminiert und in der Türkei als “Almanci”. Das Wort “Almanci” ist eine Synthese aus “Alman” (Deutscher) und “Yabanci” (Fremder). Ist das der Dank dafür, dass meine Eltern hier jahrzehntelang für ein besseres Leben geschuftet haben und dann als Menschen zweiter Klasse angesehen zu werden? In der vermeintlichen “Heimat” kommen sie gar nicht mehr klar, denn die Heimat ist eben – zum Erschrecken der Rechten – Deutschland.

Es ist nur eine Frage der Lebensphilosophie und der Verantwortung der hiesigen Gesellschaft, wie sie mit politischen Asylanten, hilfebedürftigen Menschen und niedergelassenen Gastarbeitern umgehen wollen. Ignorieren oder doch helfen? Einladen oder ausladen oder doch aus der Ferne Beistand aussprechen? Sicherlich liegt die Entscheidung in der Hand dieser Gesellschaft.

Islamkonferenz: Gegenseitiger Respekt

Die zweite Islamkonferenz fand unter der Leitung von Herrn Schäuble in Berlin statt. Ausführliche Berichte sind auf jeder Nachrichtenwebseite zu finden. Hier einige zur Auswahl: Netzeitung, FTD, Welt Online.

Was mir aber persönlich ins Auge gestochen ist, dass der frühere Verfassungsrichter Ernst Gottfried Mahrenholz die Meinung vertritt, dass das Kopftuchverbot Kopftuch die Integration nicht hindert. Er befürwortet zudem, dass muslimische Lehrerinnen ein Kopftuch im Unterricht tragen dürfen:

«Das fördert die Integration.» Durch Verbote «machen wir das Kopftuch zu einem Symbol einer muslimischen Identität statt zu einem Symbol der Integration». Der Jurist sprach Eltern auch das Recht zu, ihre Kinder von gemischt- geschlechtlichen Sportstunden fern zu halten, wie es der Koordinierungsrat der Muslime fordert. «Integration hat eine einfache Philosophie: Respekt der Muslime vor unserer Rechtsordnung, Respekt der Mehrheitsgesellschaft vor ihrer Kultur», sagte Mahrenholz (WA, sueddeutsche).

Das ist meiner Auffassung nach genau der richtige Ansatz, wenn man in Frieden und Harmonie miteinander für dieses Land leben möchte. Unterwanderungsparanoia wie der Spiegel versucht zu schreien, finde ich lächerlich, wenn man bedenkt, dass die Muslime mit etwa 3,5 Millionen nicht einmal 3% der Bevölkerung ausmachen.