Toleranz und die CSU - Zwei polare Welten
Das ZDF plant in einigen Monaten parallel zur Sendung “Wort zum Sonntag“, die sich an gläubige Christen richtet, das “Wort zum Freitag” anzubieten. Das Angebot soll sich nicht wie zu seinem Vorbild als Fernsehsendung erstrecken, sondern es ist lediglich ein Forum auf der Internetseite des Senders vorgesehen.
Zu diesem Vorhaben hat sich der CSU-Generalsekretär Markus Söder gemeldet:
Wir brauchen keinen Moschee-Sender. Dafür sind Gebührengelder nun wirklich nicht da. Ein «Wort zum Freitag» fördert nicht die Integration, sondern bestärkt Parallelgesellschaften.
weiter
Statt über Islamkunde zu reden, sollte mehr über unsere Werte und unsere Alltagskultur berichtet werden. [...] Wie will man ausschließen, dass aggressive Islamgruppen diese Internetplattform für ihre Zwecke nutzen?
Das ist die Aussage einer Partei in einem weit weit entfernten Lande, die die Integration mit Feldstechern aus der Ferne beobachtet. Da kann man dieser Gesinnung nicht Übel nehmen, wenn einige Tunnel-Blick-Beobachtungen und die daraus resultierenden toleranzlosen Erkenntnisse ein Bild der Ignoranz skizzieren. Aber würden sie bloß die Augen dabei nicht verschließen, dann würde ein Hauch von Realität dieses “unkunstvolle” Bild ein wenig bunter schraffieren.
Die CSU hat die Integration zur Chefsache gemacht. Und wie soll man das machen, wenn man den größtmöglichsten Abstand zu diesen “zukünftigen” Mitmenschen beibehält? Wie will man mit “Gästen” vor der verschlossenen Tür sich unterhalten? Durch den Briefschlitz oder durch Briefwechsel? Die CSU schreit mit erhobenem Zeigefinger:
Integriert Euch, o Ihr Unmächtigen der deutschen Sprache. Wenn Du (Prophet) nicht zum Integrationskurs (Berg) kommst, dann lassen wir es nicht zu, dass der Integrationskurs (Berg) zu Dir (zum Propheten) kommt.
Es möge sich Niemand wundern, wenn bald in Bayern neben “Ich (Bello) muss draußen bleiben” ein weiteres Hinweisschild dazu kommt: “Ich (Muslim) muss vor dem Grundstück warten”! Auch für das Verb “integrieren” existiert die Diathese: die Einen, die integriert werden möchten und die Anderen, die integrieren möchten. Man kann aber niemals integriert werden, wenn man nicht integrieren möchte!
Herr Söder denkt wohl, dass er und Seinesgleichen die GEZ allein unterhalten. Ich als Muslim bezahle genauso - nicht weniger und auch nicht mehr - dieselben Gebühren. In einigen Sendungen fühle ich mich als Muslim ausgegrenzt und diskriminiert. Wieso werde ich pauschal und ohne Differenzierung mit Ehrenmorden und Terrorismus in Verbindung gebracht, obwohl ich sie abscheulicher finde als die gesamte Fantribüne in der Allianz-Arena? Wie viel Mitspracherecht habe ich bei der Gestaltung der Programme? Nach Herrn Söder soll der Muslim bezahlen und nur zugucken.
Ich bin der Überzeugung, dass die Muslime ein Forum in dieser Art nicht brauchen, denn es gibt genug solcher. Aber vielleicht braucht das ja unser gemeinsames Deutschland. Und ich gehöre dazu, denn in den Medien wurde es vordiktiert: “Du bist Deutschland“.
Apropos: ich drücke genauso wie alle Einwohner dieses Landes meine Steuern ab. Das Finanzamt fragt nicht nach meiner Religion. Das ist auch gut so! Denn die Zugehörigkeit einer Person zu einer Religion sollte idealerweise den Staat nicht interessieren. Vor dem Gesetz und Staat ist der Mensch gleich. So habe ich es in Deutschland gelernt.
Lieber Herr Söder und liebe CSU Anhänger: mit Ihrer grenzenlosen Ignoranz und unerträglichen Einbildung kann ich Leben. Dafür sollten sie mich wenigstens tolerieren und respektieren.
Quelle: Quotenmeter
Little Mosque on the Prairie
In Kanada ist eine Sitcom, die Muslime in der Gemeinschaft thematisiert, an den Start gegangen. Die Absicht der 39-jährigen Autorin Zarqua Nawaz, die selbst Muslima ist, sei es aufzuzeigen,
dass die Konflikte in muslimischen Gemeinschaften sich gar nicht so sehr unterschieden von denen anderer Glaubensgruppen - und vor allem, dass es nicht nur völlig in Ordnung sei, manchmal über Muslime zu lachen, sondern dass die auch über sich selbst lachen könnten.
Mal gucken, ob dieser Beitrag die nächste Evolutionsstufe zu “Türkisch für Anfänger” wird.
In Youtube findet man schon die ersten Folgen der achtteiligen Serie (Dank an F. A-Y
).
Quelle: Deutschlandfunk
Türkisches Plasma
Erneut hat mich eine Rundmail erreicht, die sich über den “genialen” Einfallsreichtum der Türken amüsiert.
Aber ich zweifle daran, dass dieser Innenarchitekt ein Türke ist, denn jener Türke hätte auch einen Schlitz für den Receiver gemeiselt
Leider kann ich keine Urheberangaben zu diesen Bildern machen.
Guckst Du:


Deli Kadir Ulen!
Ihn werden wohl nur die Türken kennen. Er ist der türkische Inbegriff der Männlichkeit. Er personifiziert den smarten, gutaussehenden Macho, der die Gesetze der Ehre niedergeschrieben hat. Er steht für Gerechtigkeit, Stolz und Liebe. Es ist Kadir Inanir, der Superstar aus den jungen Kinojahren der Türkei. Er hat mehr Filme gedreht, als ich Bücher gelsen habe
Für eine Szene am Telefon ist es “weltberühmt” geworden.
“Ich, Kadir… der verrückte Kadir, ulen”
Wo ist die Qiblah?
Möchte man an fremden Orten das Gebet verrichten, fragt man generell nach der Qiblah, die Richtung zur Kaaba (Mekka, Saudi-Arabien). Ein Einheimischer oder der Gastgeber zeigt prompt die Richtung. Die Richtung wird innerhalb von geschlossenen Orten an festen Orientierungspunkten beschrieben; “Halb rechts zur Tür” oder “etwas schräg nach links zum Fenster hin”.Kaum hört man Gradangaben.
Nur wie gut kennen wir uns zu Hause aus? Beten wir in die richtige Richtung? Ein einfaches Tool hilft bei der räumlichen Bestimmung der Qiblah. QiblahLocator integriert die Geokodierungs- und Geomappingfunktionen von Google Maps und zeigt visuell die Richtung zur Kaaba zu einem bestimmten Ort an. Durch das Umswitchen zur Satellitenbildanschau kann sogar das jeweilige Haus bestimmt werden.
Ich kenne jetzt meine individuelle Qiblahbeschreibung: “In diese Richtung bitte” ![]()
Es schneit…
Ja, es schneit. Hamm im schönen Nordrhein-Westfalen ist komplett mit Schnee bedeckt. Und alle, die jetzt mit ihren Autos sich auf den Weg machen wollen, können sich ja mal vorher dieses Video anschauen
Guckst Du:
Sonderkündigungsrecht bei O2-Handyverträgen
Der Mobilfunkbetreiber O2 hat Ende 2006 die Preise für Anrufe zur Sonderrufnummern erhöht. Laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg besteht ein Sonderkündigungsrecht für O2-Kunden. Ein Gerichtsverfahren wird wohl dann den Schiedsspruch sprechen. Ich gehe sicher und kündige schon mal
Eine Muster-Kündigung wurde von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ins Netz gestellt.
Guckst Du:
Nach drastischer Preiserhöhung für 0180-Nummern
Sonderkündigungsrecht bei O2-HandyverträgenDas Unternehmen O2 hat Ende 2006 die Preise für Anrufe zur Sonderrufnummer 0180 teilweise drastisch erhöht. So zahlen Kunden für einen Anruf bei einer 01805 Nummer statt bisher 25 Cent pro Minute in der Nebenzeit jetzt rund um die Uhr 69 Cent pro Minute. O2-Kunden traf diese Preiserhöhung völlig überraschend. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg können sie von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, wenn sie ihren O2-Vertrag nicht fortsetzten möchten.
Bei der Verbraucherzentrale mehren sich die Beschwerden verärgerter O2-Kunden, die durch ihre Rechnung von der drastischen Preiserhöhung der 01805-Nummer erfuhren. Wollten sie von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, weigerte sich O2,die Kündigung zu akzeptieren. Begründung des Unternehmens: Sonderrufnummern und Premiumdienste seien Nebenleistungen, die ohne Zustimmung der Endkunden geändert werden dürfen. Brigitte Sievering-Wichers, Telekommunikationsexpertin der Verbraucherzentrale sieht das anders: „Der Hinweis auf eine Nebenleistung und den daraus folgenden Konsequenzen ist nicht korrekt. Nach unserer Rechtsauffassung müssen Anbieter bei einer Preiserhöhung ihre Kunden immer über die neuen Preise informieren und ihnen ein Sonderkündigungsrecht einräumen, wenn sie den Vertrag nicht zu den alten Konditionen weiterführen wollen.“
Verbrauchern, die bereits erfolglos wegen der Preiserhöhung bei O2 gekündigt haben oder die Sonderkündigungsrecht erstmalig wahrnehmen möchten, hilft die Verbraucherzentrale mit einem Musterbrief, der ihre juristischen Argumente enthält. Er kann im Internet unter www.vz-bw.de/o2-vertrag heruntergeladen oder über das Beratungstelefon unter der 0900 1 77 444 1 (1,75 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz) von montags bis donnerstags zwischen 10 und 18 Uhr angefordert werden. Er kommt dann ohne weitere Kosten per Post ins Haus.
Übertritte zum Islam in Deutschland vervierfacht
Erst kam zur Überraschung aller die Meldung, dass die Übertritte zum Islam in Deutschland vervierfacht wurde, danach wurden Einzelschicksale wie der Rechtsanwalt Nils von Bergner oder Begegnungen zwischen Christen und Muslimen präsentiert. Auch in anderen europäischen Ländern erstreckt sich das gleiche Bild. Sogar in den Nachrichten fand das Thema Platz.
Guckst Du:
Während die einen noch fasten…
Seit Jahren betreiben wir mit Gerhard Ahmad Kaufmann die Webseite Mondsichtung. Sie richtet sich an deutschprachige Muslime in Europa mit dem Ziel über die islamisch-lunaren Monate zu informieren (eine große Wissensbasis auf der Webseite erleichtert den Einstieg in das Thema). So wie jedes Jahr gibt es zu bestimmten islamischen Feiertagen Diskussionen, Wirwarr und Fehlinformationen. Während die einen noch fasten, zelebrieren die Nachbarn das Fest. The muslim Community (in Germany) has no unity.
In der Ausgabe 135 der Islamischen Zeitung vom 24.01.07 erschien unter dem Titel “Während die einen noch fasten… begehen die Nachbarn schon das Fest. Die Unterschiede bei den Feiertagen sind ein Ärgernis” ein Artikel von Yasin Alder (Stellvertretender Chefredakteur) über das Ärgernis der Unterschiede bei den islamischen Feiertagen.
Erster bunter Blogkarneval deutschsprachiger Muslime
Der erste Blogkarneval deutschsprachiger Muslime präsentiert eine bunte Mischung aus Blogs, die die muslimische Lebenspraxis thematisieren. Die Gastgeberin Kopftuch und IT hat eine umfangreiche Zusammenfassung aller eingereichten Texte zusammengetragen.
Als Omar von TooMuchCookies das erste Mal den Vorschlag machte, solch einen Karneval zu organisieren war ich sofort begeistert - und skeptisch. Würden wir genug deutschsprachige, bloggende Muslime zusammentrommeln können, um einen anständigen Blogkarneval auf die Beine zu stellen ?
Doch jegweder Zweifel verschwand spätestens mit den ersten eingereichten Beiträgen - die Artikel welche schlussendlich zusammenkamen, sind nicht nur zahlreich, sondern behandeln anspruchsvolle Themen und geben einen interessanten und teilweise auch ungewohnten Einblick in das Leben eines Muslimen. Grund hierfür ist u.a. die bunte Mischung der Teilnehmer, welche aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen kommen und dementsprechend auch recht unterschiedliche Erfahrungen mit dem “Muslim-sein” in Deutschland gemacht haben. (Kopftuch und IT)
Ich gratuliere den Organisatoren Kopftuch und IT und Too Much Cookies für den gelungenen Start. Maschallah
Als ich zum ersten Mal das Wort Blogkarneval gehört hatte, vertstand ich nur “Bahnhof”. Und alle Anderen, die dabei noch “Gleis zwei” verstehen, mögen erstmal die Einführung dazu lesen.

