“Sollte Dein Name nicht Abdulkadir heißen?”

Es wollten schon so viele Leute meinen Namen von Kadir in Abdulkadir korrigieren, so dass ich keine Zahl nennen könnte, die es auf meinen Namen abgesehen hatten und immer noch haben. Ich höre öfters: “Sollte es nicht besser Abdulkadir heißen?” Der Beweggrund liegt einfach darin, dass “Al-Qâdir” einer der 99 Namen Allahs ist. Übersetzt heißt es “der Bemessende”. Diese Namen können Menschen tragen, wenn der Zusatz “Abd (Diener)” vorangestellt wird, z.B. Abd-ur-Rahmân (Diener des Erbarmers), Abd-ul-Azîz (Diener des Allmächtigen) oder auch Abd-ul-Qâdir. Ein Mensch kann/sollte z.B. nicht “Azîz” heißen – obwohl dieser Name öfters vorkommt -, da es “allmächtig” bedeuten würde.

Für einige Zeit habe ich mich auch Abdulkadir rufen lassen, bis ich erfuhr bzw. darüber tiefer nachdachte, dass ich im Monat Ramadan insbesondere im Lailat-ul-Qadr (Nacht der Bestimmung, Nacht der Allmacht) geboren war. Lailat-ul-Qadr wird im Qur’an so beschrieben:

Im Names Gottes, des Gnädigen, des Allbarmherzigen. Wahrlich, Wir haben ihn (den Koran) herabgesandt in der Nacht von Al-Qadr. Und was lehrt dich wissen, was die Nacht von Al-Qadr ist? Die Nacht von Al-Qadr ist besser als tausend Monate. In ihr steigen die Engel und der Geist herab mit der Erlaubnis ihres Herrn zu jeglichem Geheiß. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte. (Sure 97, Verse 1-5)

Meine Mutter sagte mir, dass ich Kadir heiße, weil ich im Lailat-ul-Qadr geboren war. Im Türkischen sagt man zu dieser heiligen Nacht “Kadir Gecesi”. Also kam mein Name nicht von “Al-Qâdir” sondern “Qadr”. Da in der türkischen Sprache keine Silben ohne Vokale existieren können, wurde aus “Qadr” -> “Qadir” bzw. “Kadir”, indem ein Vokal in die Silbe “dir” eingefügt wurde. Dieses sprachliche Phänomen sieht man auch bei gleichgebauten Wörtern, die aus dem Arabischen ins Türkische übernommen worden sind. Hier einige Beispiele:

Meistens verkneife ich mir aber jedesmal diese lange Erklärung, denn die meisten verstehen das nicht. Oder, ich kann schlecht erklären ;-)

Ein Muslim auf dem Mond?

In letzter Zeit bin ich sehr spät beim Freitagsgebet erschienen. Ich habe meistens das Gebet gerade noch “erwischt”. Als ich die Moschee betrat, waren die Gläubigen in Reihe und Glied und warteten auf die “Startansage” des Imams. Mit schlechtem Gewissen geplagt, die Predigte der Hutba nicht gehört zu haben, entschloss ich mich dann an einem Freitag eher die Arbeit stehen zu lassen und früher zu Moschee zu eilen.

Mit der Freude unter den “Ersten” zu sein, erzählte der Prediger, wie es sich eben gehört, über Gott und die Welt. Er erzählte eine Geschichte von Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond. Er soll nach seiner Mondlandung an einer Messe in Izmir (Türkei) teilgenommen haben. Während seines Aufenthalts soll er den Gebetsruf, der in islamischen Ländern zu den Gebetszeiten gerufen wird, gehört haben. Erstaunt und überrascht über die fremden Klänge und Worte soll er gefragt haben, was dies seien und was sie bedeuten. Die Menschen sollen ihm den Sinn und die Bedeutung des Gebetsrufes erklärt haben. Armstrong soll sich erinnert haben: es sei genau dieselben Worte, die er hörte, als er seinen Fuß zum ersten Mal auf den Mond setzte. Er wurde Muslim! Als der Prediger genau an den richtigen Stellen in der Geschichte stilvoll seine Stimme erhob und senkte, konnte man die Begeisterung der Zuhörer fühlen. Sie waren alle beeindruckt, alle außer mir. Die Geschichte kannte ich, leicht abgeändert, aber im Prinzip war sie gleich.

Nach der Arbeit zu Hause angekommen, ging ich in den Keller und suchte nach einer kleinen Kiste mit Briefen und Erinnerungen aus jungen Jahren. Ich fand in ihr Dokumente aus dem Jahre 1997. Es handelte sich um einige Briefe, die ich Neil Armstrong geschrieben hatte. Und ein Brief kam als Antwort von ihm zurück.

Zu dieser Zeit hatte ich ein Buch von der Stadtbibliothek ausgeliehen. Das Buch hieß “Islam und alles im Namen Allahs” von Karl Günter Simon (bei Amazon habe ich das Buch gefunden). Sofort zu Anfang des Buches wurde die Geschichte von Neil Armstrong so erzählt:

Wer war der erste Mann auf unserem schönen Mond? Hieß er Neil Armstrong? Ganz recht – und weißt du, was er gleich nach der Landung auf dem Mond erlebte? Keine Ahnung. Als er als erster Mensch den Mond betrat, hörte er Stimmen… Stimmen auf dem Mond? Ja, aber er verstand sie nicht. Dann jedoch, ein paar Monate später, kam der Astronaut nach Kairo zu Besuch, und als er durch die Straßen ging, hörte er die Gebetsrufer von den Minaretten Allahu akbar, aschhadu an la ilaha illa Allah, aschhandu anna Muhammadan rasul Allah… Und Armstrong, der kein Arabisch verstand, fragte die Leute, was die Worte bedeuteten: Gott ist größer unvergleichlich groß – so erklärten sie ihm -, ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer dem einen Gott, ich bezeuge: Muhammad ist Gottes Prophet… Und Armstrong erkannte, dass die Stimmen waren, die er auf dem Mond gehört hatte, und er wurde Muslim. Eine schöne Geschichte. Ich konnte sie nicht am Schauplatz nachprüfen, wie es sich eigentlich für eine Reportage eigentlich gehört: Ich war nicht auf dem Mond, ich war nicht in Amerika. Soviel ist klar…

Der Autor schreibt auch am Ende der Geschichte, dass er die notwendigen Recherchen nicht durchführen konnte, um die Authentizität nachzuprüfen. Die Geschichte war so toll und gigantisch, dass ich unbedingt wissen musste, ob sie sich tatsächlich so ereignet hat. Neil Armstrong lebte noch! Da fragt man doch ihn höchst persönlich, oder?

Zu dieser Zeit als Internet ein Privileg war und Suchmaschinen eine Randerscheinung waren, fand ich über die Webseiten der NASA potentielle Adressen, die ich auch prompt anschrieb, bis mir eines Tages eine nette Dame per E-Mail die vollständige Adresse von Herrn Armstrong zuschickte. Mit meinem Schulenglisch verfasste ich den folgenden Brief: Seite 1 und Seite 2.

Legte naiverweise drei Dollar in den Briefumschlag mit, damit er sich Briefmarken davon kaufen konnte :-) . Viele Tage später erhielt ich einen Brief aus Amerika; sie kam von Neil Armstrong. Eine Vivian White, höchstwahrscheinlich seine Sekretärin (was “Administrative Aide” auch genau heißen mag), schrieb mit dem Briefkopf von Neil Armstrong, dass diese Geschichte unwahr ist. Hier der Brief im Original.

Mit der Suche am heutigen Tag bei Google mit “neil armstrong islam” fand ich Webseiten, die das Hören vom Gebetsruf und die Konvertierung vom ersten Mann auf dem Mod zum Islam als Gerücht und Lüge enttarnt haben. In dieselbe Kategorie fallen auch die angeblichen Übertritte von Jacques Cousteau und Will Smith zum Islam.
Als ich damals den Antwortbrief las, war ich enttäuscht und frustriert. Man konnte es nicht fassen, dass diese tolle, prägende Geschichte nicht wahr ist. Es kamen Zweifel an der Echtheit des Briefes auf. Wer war Vivian White? Wieso antwortet er nicht selber? Wird da etwas verheimlicht…? Ich bin aber immer noch enttäuscht! Nur meine Enttäuschung hat sich mit der Zeit gewandelt. Ich bin enttäuscht über jene verantwortungslosen Muslime, die Lügen und Halbwahrheiten verbreiten, Geschichten erzählen, ohne sie vorher nachgeprüft zu haben. Noch schlimmer ist es, für den Islam mit einer Lüge “zu werben”. All jene, die Wunder suchen und sie nicht erkennen, dafür aber Wunder erfinden, verstehen das Wunder der Schöpfung nicht. Das Leben wäre keine Prüfung, wenn man nicht glauben bräuchte, sondern alles auf der Hand läge. Es wird immer Menschen geben, die glauben und nicht glauben, die anders glauben als die anderen, weniger glauben oder an das glauben, was sie nur sehen.

Was ist die Moral dieser Geschichte?

Die spinnen, die Asiaten!

Seit längerem habe ich über ein Video nicht so gelacht wie bei dieser versteckten Kamera aus Asien! :-)

Die spinnen, die Asiaten! Guckst Du:

“Fuchs Du hast die Gans gestohlen”

Vor einiger Zeit besuchte ich mit Freunden eine Vorstellung Engin Noyans in Essen besucht. Den tollen Abend beendete er mit einem witzigen “Standup” (obwohl er saß ;-) ). Zu meiner Überraschung fand ich über Ecken auf YouTube das Live-Video dazu. Sehenswert!!!
Guckst Du:

Osmanische Stadtuhr im Herzen von Mexiko-City

Meine Freunde vom Akabe Kulturverein haben einen sehr interessanten Artikel über eine osmanische Uhr in Mexiko auf ihrer Webseite veröffentlicht. In drei Jahren werden es dann genau 100 Jahre verstrichen sein, seitdem diese epochale Uhr im Herzen von Mexiko City tickt.

Laut dem Beitrag hat Sultan Resad [Reschad] als Symbol der Freundschaft zwischen den beiden Völkern ein bleibendes Geschenk an die Mexikaner machen wollen. Als Ergebnis entstand dann eine klassische Stadtuhr in osmanischer Bauweise mit typisch-türkischen Porzellanverzierungen.

Auch der Zahn der Zeit hat an der historischen Stadtuhr genagt. Vor allem das Porzellan bedürfe einer “Generalüberholung”. Leider kennen sich die Mexikaner mit der osmanischen Kunst nicht, so dass sie Ausschau nach einer Restaurationstruppe aus der Türkei halten.

Guckst Du:

Osmanische Stadtuhr in Mexiko-City

Osmanische Stadtuhr in Mexiko

Osmanische Stadtuhr in Mexiko-City - Nahaufnahme

La Colona Otomana a Mexico. Septembre de 1910 – Vom Osmanischen Reich für Mexiko. September 1910

Osmanische Stadtuhr in Mexiki-City - Bild 2

Quelle: Akabe.de

Flashfilme: Geschichte in 90 Sekunden

Geschichte ist faszinierend! Es ist wie eine Erzählung voller Abenteuer. In 20 Minuten ist das ganze Leben einer historischen Figur erzählt. Wenn man zwischen den Zeilen liest, dann gibt es auch Lebensweisheiten. Man lernt durch die Fehler anderer.

Das Leben ist wie ein Fenster, wo Menschen vorbeigehen und hindurchschauen. Muhammad (s) hat mal gesagt (eigene Übersetzung aus dem Türkischen):

“Ich bin wie ein Reisender, der auf der Erde unter dem Schatten eines Baumes sich ausruht und weiterzieht.”

Guckst Du: Geschichte in 90 Sekunden:

  1. Imperial History – Link
  2. History of Religion – Link

Mütze als Kopfbedeckung oder Kopftuch?

In vielen Bundesländern ist das Tragen von religiösen Kopftüchern für Musliminnen per Gesetz in staatlichen Schulen verboten. Eine Handvoll Lehrerinnen haben entsprechend diesem Richterbeschluss das Kopftuch abgelegt. Nun tragen sie aber modische Mützen, die der Bezirksregierung gar nicht gefällt. Eine wahre Geschichte, die das Leben im demokratischen Deutschland erzählt!
Guckst Du:

Der Mützenstreit im Klassenzimmer

Kann eine Wollmütze noch Symbol für Unterdrückung sein? In Nordrhein-Westfalen verstricken sich Lehrerinnen und Staat in haarspalterische Auseinandersetzungen um das Kopftuch im Dienst. Für manche Pädagogin ist der Streit längst existenziell

VON HEIDE OESTREICH

Brigitte Maryam Weiß hat es alles schon hinter sich: Sie war Lehrerin ohne Kopftuch und mit Kopftuch. Sie legte das Kopftuch an der Schultür um die Schulter. Jetzt versucht sie es gerade mit dem “Grace-Kelly-Look”. Die Düsseldorfer Lehrerin hat sozusagen Routine im Kopftuch-Konflikt. Sie ist eine von mindestens 26 muslimischen Lehrerinnen in Nordrhein-Westfalen, denen das Tragen des Tuchs im Unterricht seit Juni 2006 endgültig verboten wurde. Zudem ist sie Funktionärin, Frauenbeauftragte des Zentralrats der Muslime, und auch dies wird dazu beitragen, dass Brigitte Maryam Weiß mit ihrem Kampf für ihr Kopftuch keineswegs am Ende ist.

Weiß war bereits Lehrerin, als sie Anfang der Neunzigerjahre konvertierte und mit dem Tuch in der Schule erschien. Der Direktor wollte das nicht, verwies auf sein “Hausrecht”. Also legte Weiß das Tuch im Klassenzimmer um die Schulter. Aber dann steckte ihr ein Jurist, dass es dieses Hausrecht so gar nicht gebe. Und das Verfassungsgericht verfügte, dass es für Kopftuchverbote erst einmal Gesetze brauche. Weiß stand von Stund an mit Tuch vor der Klasse. Nun ist das Gesetz da. Aber die Kopftücher, die sind auch noch da.

“Der juristische Weg ist keinesfalls ausgeschöpft”, so Brigitte Weiß, die als Sprecherin für die 26 Kolleginnen fungiert. Sie ist entschlossen, sich das Tuch nicht auf diese Weise verbieten zu lassen. Die zum Teil schwierigen Formulierungen des Gesetzes und der Widerstand der Frauen produzieren so manchen interessanten Austausch.

Nordrhein-Westfalen verbietet in seinem Schulgesetz ein “äußeres Verhalten”, das bei SchülerInnen oder Eltern den Eindruck erwecken könnte, dass eine Lehrerin gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung oder die Grundordnung der Republik auftrete. Nun ist bei einer Lehrerin, die seit 25 Jahren mal mit, mal ohne Tuch unterrichtet und die sich keinen Verstoß gegen die Grundordnung hat zuschulden kommen lassen, nicht so einfach einsehbar, dass sie plötzlich eine Gefahr für die Grundordnung darstellen könnte. Die Lehrerin selbst verneint diese Intention. Auf die Absicht komme es nicht an, entgegnet die Behörde, fordert sie aber immer wieder auf, ihre Gründe für das Tragen des Tuchs darzulegen. “Warum soll ich die Gründe darlegen, wenn es auf diese Gründe nicht ankommt?”, wundert sich Weiß. Es komme auf den Eindruck an, den das Tuch erweckt, heißt es dann. Aber weckt ein Grace-Kelly-Kopftuch den Eindruck, man verstoße gegen die Grundordnung? Was passiert, wenn eine christliche Lehrerin ein solches Tuch trägt?

Nicht wenige von Weiß’ Kolleginnen versuchen ebenfalls, keinen verfassungsfeindlichen Eindruck zu machen. Sie tragen neuerdings Wollmützen statt Kopftücher. Aber auch hier gibt sich das Land unerbittlich: “Zwar haben Sie das Kopftuch abgelegt. Tatsächlich aber tragen Sie eine kopftuchähnliche Kopfbedeckung aus anderem Material. Zurzeit verwenden Sie eine die Haare vollständig bedeckende Wollmütze”, heißt es in der Abmahnung einer der Betroffenen. Nun wurde die Lehrerin gefragt, ob sie die Mütze aus religiösen Gründen trage. Sie antwortete nicht. Denn auf ihre Motivation kommt es ja laut Gesetz nicht an. Später erklärte sie, mit der Mütze wolle sie lediglich dem Gefühl des “Nichtangezogenseins” entgehen. Religiös motiviert sei diese nicht mehr. Aber das glaubt ihr die Bezirksregierung nicht, schließlich habe sie ja vorher aus religiösem Motiv ein Kopftuch getragen. Manchmal zählen die Motive der Lehrerin, obwohl diese äußerlich nicht mehr sichtbar sind. Und dann wieder ist die Motivation egal, weil nur der Eindruck zählt. Das ist schon kurios.

Aber nicht für alle. Die Bezirksregierungen, die sich zu den laufenden Verfahren im Moment nicht äußern, wollen das Problem offenkundig los sein. Für die Lehrerinnen ist der Streit oft existenziell. “Der Druck ist mörderisch”, meint Weiß, zwei Lehrerinnen seien zusammengebrochen, eine musste zwischenzeitlich in die Psychiatrie.

Die Lehrerinnen haben AnwältInnen für das vor ihnen liegende juristische Marathon engagiert. Sie empört vor allem, dass ihr Kopftuch automatisch als tendenziell verfassungsfeindlich gilt, ein Nonnenhabit aber erlaubt sein soll. An dieser Ungleichheit ist das baden-württembergische Gesetz gescheitert. Dort unterrichten Nonnen unbehelligt an einer staatlichen Schule. Eine Kopftuch-Lehrerin hatte wegen Ungleichbehandlung der Religionen geklagt. Auch in Nordrhein-Westfalen ist nun eine Nonne im staatlichen Schuldienst gesichtet worden. Mit diesem Vergleich wollen die Kopftuch-Lehrerinnen nun auch ihre Häupter retten. Ein Detail allerdings verkompliziert die Angelegenheit: Die Nonne unterrichtet an einer Schule für Blinde und Sehbehinderte.

taz Nr. 8178 vom 18.1.2007, Seite 6, 162 TAZ-Bericht HEIDE OESTREICH

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Quelle: taz.de

Türkei hat die Nase vorn

Man kennt den Beitrag der Länder für die Wissenschaft. Hervorragende Wissenschaftler werden auszeichgezeichnet wie beim Nobelpreis. Meistens sind es Amerikaner oder Europäer.

Mich hat aber immer der Beitrag der islamischen Länder interessiert. Wo stehen sie und was machen sie überhaupt? Konsumieren sie oder produzieren sie? Dazu fand ich einen älteren Artikel auf nature.com, wo die muslimischen Länder und deren Beitrag für die Wissenschaft untereinander verglichen werden. Und zu meiner Überraschung: Die Türkei führt klar vor dem Iran und Ägypten die Liste der islamischen Länder an, die wissenschaftliche Puplikation veröffentlichen (guckst Du hier). Währenddessen investieren die reicheren muslimischen Öl-Staaten das meiste Geld in Waffen.

Der Unterschied zwischen dem Westen und den islamischen Ländern ist offenkundig: Die Einen produzieren und die Anderen konsumieren. Wer die Einen und wer die Anderen sind, dazu könnt Ihr Euch ja Gedanken machen.

Quelle: nature.com

Bald im Jahre 1428!

Auch wenn nach Einsteins Theorie Zeitreisen möglich sein sollen – obwohl ich glaube gehört zu haben, dass die Relativitätstheorie wiederlegt worden ist – , so wird man auch, so Gott will, ohne solch ein Abenteuer in das neue Jahr 1428 gemeinsam eintreten.

Das Jahr 1428 liegt in der Zukunft. Unzwar wird sie entweder am 20. oder 21. Januar 2007 beginnen. Ja, genau Du hast es erraten, es ist Hijri-Neujahr (alle, die das islamische Neujahr phonetisch mit einer japanischen Kampftechnik verwechselt haben, können unter Wikipedia.de sich mehr Informationen zu diesem Thema holen). Wird der Neumond gesichtet, so beginnt der neue Monat nach der islamischen Zeitrechnung.

Dann knallen die Korken, die Sylvesterraketen flitzen durch die Luft, man hört das Jubeln, das Konzert der Trillerpfeifen und die Party hat angefangen… Uups, wir sind im falschen Film. Das haben wir ja Gott sei Dank hinter uns und bis zur nächsten Dämonen Vertreibung sind es ja noch 356 Tage.

Die Muslime zelebrieren traditionell den islamischen Jahresanfang nicht; wenn schon, dann den zehn Tage später folgenden Aschûra-Tag. Es gibt ja auch keinen Grund “einen Drauf zu machen”. Ein neues Jahr, dass wegen hohem Alkoholkonsum mit starken Kopfschmerzen startet, kann ja kein gutes Omen sein. Der Vorteil liegt aber darin, dass die ausgesprochenen Glückwünsche zum Jahresanfang sofort wirken, und schon am nächsten Tag die Kopfschmerzen wieder verschwinden ;-)

Heute wurde ich per Mail gefragt, wann denn der 1. Muahrram 1428 n.H. (nach der Hijra) ist, da dachte ich, dass ich kurz was dazu schreibe.

Grundsätzlich möchte ich keine Aussage darüber treffen, wann das Jahr 1428 anfängt, sondern nur erläutern, wann der Mond gesichtet werden kann. In der Grafik ist zu sehen, dass am 19. Januar 2007 die wissenschaftliche Sichtungswahrscheinlichkeit nur für die Amerika Kontinente besteht. Je voller die Farbe in den Sichtbarkeitszonen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung.

Muharram 1428

Aus allen anderen Ländern kann astronomisch (NICHT astrologisch) der Mond an diesem Tag nicht gesichtet werden.

Das Problem ist, wie man mit der Sichtungsmeldung umgeht. Für die Verfechter der Globalen Sichtung ist am 20. Januar schon der 1. Muharram, aber für die Anhänger der Lokalen Sichtung ist es für Europa wohl der 21. Januar.

Ich bin persönlich für die Lokale Sichtung, weil sie wirklich die Sunna Muhammads (s) war. Die Globale Sichtung ist eine Neuerscheinung und sie gibt es seit weniger als 100 Jahren, nachdem die Telekommunikation ein Teil unseres Lebens wurde.

Und an alle Anderen, die das alles nicht interessiert und nur feiern wollen “Prost Neues Hijri-Jahr” :-)

Apropos Informationen zu diesem Thema findet Ihr auf Mondsichtung.de

Happy New Year!

Das Jahr ist vorbei, aber diesmal viel schneller als die letzen Jahre. Entweder gehe ich mit meiner Zeit nicht sparsam um oder Jemand dreht an der Uhr. Kaum bei der Arbeit angekommen, den PC eingeschaltet und schon ist es Feierabend. Aber nach der Uhr zufolge liegen 10 Stunden dazwischen. Das scheint wohl die Relativität Einsteins zu sein.

Man wird jeden Tag an die Vergänglichkeit erinnert… Das stimmt mich wehmütig, melancholisch… Aber am Sylvesterabend feiern die Leute wie verrückt: “Ja, noch ein Jahr vorbei!”.

Ich kann mich an die Diskussionen vor sieben Jahren entsinnen. Die Frage war, wann das neue Jahrhundert beginnt! Von 1999 auf 2000 oder von 2000 auf 2001. Das interessiert aber keinen mehr, weil es sieben Jahre her ist. Einer hat mir mal gesagt: “Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern?” :-)

Alles Irdische ist vergänglich… auch das Außerirdische :-P
In diesem Sinne Happy New Year 2007;-)

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